Montag, 29. Juni 2020

Deutschland-Urlaub während Corona-Pandemie

Impfungen gegen FSME sinnvoll


Foto:  © ABDA


Wer die Sommerferien wegen der Corona-Pandemie in Deutschland oder seinen Nachbarstaaten verbringt, sollte gleichwohl seinen Impfpass überprüfen und sich bei Bedarf gegen Infektionskrankheiten wie die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) impfen lassen. Milde Winter- und Frühjahrstemperaturen haben die Gefahr von Zeckenbissen in diesem Sommer merklich erhöht. Die hiesigen FSME-Risikogebiete liegen vor allem in Thüringen, Bayern, Hessen und Baden-Württemberg. Ein Schnellschutz kann durch zwei FSME-Impfungen im Abstand von 14 Tagen aufgebaut werden. Generell sollte der Impfschutz je nach Lebensalter alle drei bis fünf Jahre aufgefrischt werden.

„Jede Impfung zählt, egal ob gegen FSME, Masern oder Tetanus“, sagt Mathias Arnold, Apotheker aus Halle an der Saale und Vizepräsident der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. „Wer sich gegen Infektionskrankheiten impfen lässt, schützt sich selbst und bei von Mensch zu Mensch übertragbaren Krankheiten auch seine Familie und letztlich die gesamte Bevölkerung vor Infektionen. Gerade während der Corona-Pandemie wird uns nur allzu bewusst vor Augen geführt, wie gut es ist, bewährte und erprobte Impfstoffe gegen gefährliche Erreger zu haben. Unser Ziel muss es sein, eine dauerhaft hohe Impfquote bei allen Ziel- und Altersgruppen zu erreichen.“ Arnold weiter: „Die Apotheken stehen als Partner für Informationen zum Impfen bereit – natürlich auch telefonisch.“

Bei Impfungen gegen FSME hat die Impfbereitschaft in den vergangenen Jahren in Deutschland erheblich zugenommen. So wurden 2017 nur 3,4 Millionen Impfdosen gegen FSME über öffentliche Apotheken abgegeben, 2018 dagegen schon 4,1 Millionen – das ist eine 19,3-prozentige Steigerung. Mit 4,9 Millionen FSME-Impfdosen im Jahr 2019 konnte dieser Wert nochmals um 20,1 Prozent erhöht werden. Das hat das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut (DAPI) auf Basis der Abrechnungen der gesetzlichen Krankenkassen berechnet. Auch insgesamt hat die Impfbereitschaft in Deutschland zugenommen: Im Jahr 2019 sind die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für Impfstoffe (darunter Grippe, Keuchhusten, Pneumokokken, Masern, Gebärmutterhalskrebs) um 16,4 Prozent auf 1,503 Mrd. Euro angestiegen.

Donnerstag, 25. Juni 2020

62 Prozent der Deutschen für elektronische Rezepte

Projekt der Techniker Krankenkasse zählt mehr als 1000 Apotheken

 



Das Rezept auf dem Handy vorzeigen oder direkt an die Apotheke schicken - das können sich viele Menschen in Deutschland vorstellen. In einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der TK gaben mit 62 Prozent fast zwei Drittel der Befragten an, dass sie das elektronische Rezept (E-Rezept) statt des rosa Zettels bestimmt oder wahrscheinlich nutzen würden. 

Bei den jüngeren Altersgruppen ist die Zustimmung für das E-Rezept noch deutlich höher: Bei den 18 bis 39-Jährigen würden 77 Prozent eine digitale Verordnung für ihr Medikament bestimmt oder wahrscheinlich nutzen, bei den 40- bis 59-Jährigen 70 Prozent. In der Altersgruppe ab 60 sind es immerhin noch 39 Prozent. Eine weitere Auffälligkeit: Besonders Eltern wünschen sich die Möglichkeit, das Rezept über das Smartphone einzulösen - 80 Prozent der Befragten mit Kindern würden das E-Rezept bestimmt oder wahrscheinlich nutzen. 

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der TK, Thomas Ballast: "Die Zahlen zeigen eindrucksvoll, dass die Menschen längst bereit sind für den Einsatz des elektronischen Rezepts. Es wird höchste Zeit, dass wir die Möglichkeiten der Digitalisierung bei der Verordnung und Abrechnung von Medikamenten nutzen. Es ist absurd, dass wir elektronische Daten derzeit auf Papier drucken, um sie anschließend wieder per Scanner zu digitalisieren." Die TK arbeite bereits seit Anfang 2019 an einem neuen Konzept. Aus einem kleinen Pilotprojekt mit einer Arztpraxis und einer Apotheke sei inzwischen ein Großprojekt für die komplett digitale Fernbehandlung von der Diagnose bis zur Medikamentenabgabe und der elektronischen Übermittlung einer Krankmeldung geworden.

 

Mehr als 1000 Vor-Ort-Apotheken an Bord

 

Ballast: "Wir erhalten tagtäglich neue Anfragen von Apotheken. Mittlerweile haben wir mehr als 1000 Vor-Ort-Apotheken, die mitmachen wollen." Durch eine gemeinsame Schnittstelle mit den Apothekendienstleistern Noventi und NARZ/AVN können derzeit bundesweit bis zu 10.000 Apotheken technisch angebunden werden. Kooperationen mit dem Softwarehersteller Pharmatechnik sowie den Apothekenabrechnungszentren ARZ Haan und DRZ ermöglichen, dass noch zahlreiche weitere Apotheken in das Versorgungsnetz hinzukommen können.

 

Erstmals auch Versandhändler Teil des Netzes

 

Zudem sind dem Versorgungsnetz mit DocMorris und der Nordbahnhof-Apotheke Stuttgart auch die ersten beiden Versandhändler beigetreten. Ballast: "Weitere Versandhändler haben bereits ihr Interesse bekundet und stehen derzeit mit der TK in Verhandlungen. Damit haben unsere Kunden noch mehr Auswahl, auf welchem Weg sie ihre Arzneimittel beziehen wollen."

Dienstag, 23. Juni 2020

Arzneimittel für Kinder: Worauf Eltern achten sollten

Unterschiedliche Wirkstoffe in altersgerechten Arzneiformen - Apotheken vor Ort beraten individuell





Ob Saft, Tabletten oder Tropfen - Kinder mögen in der Regel keine Medizin. „Trotzdem ist es gerade bei den kleinen Patienten wichtig, dass die verordneten Arzneimittel regelmäßig und vor allem in der richtigen Dosierung eingenommen werden“, sagt Apotheker Dr. Volker Schmitt. Der Sprecher der Apothekerinnen und Apotheker in Bayern erklärt: „Um Kindern Medikamente gut verabreichen zu können, gibt es die unterschiedlichen Wirkstoffe in verschiedenen, altersgerechten Arzneiformen. Eltern können sich in der Apotheke vor Ort individuell beraten lassen, was am besten zu ihrem Kind passt und welche Hilfsmittel für die leichtere Medikamenteneinnahme zur Verfügung stehen.

Bei kleinen Kindern bieten sich flüssige Zubereitungen wie Säfte, Tropfen oder Lösungen an, weil sie diese besser schlucken können als Kapseln, Tabletten oder Dragees. Verweigert das Kind die Medikamenteneinnahme komplett, so kann die Medizin beispielsweise mit Fruchtsaft, Tee oder Muttermilch gemischt werden. „Wichtig ist, dass die Eltern hier darauf achten, dass das Fläschchen dann wirklich leer getrunken wird, erläutert Apotheker Schmitt.

Vorsicht: Nicht jedes Medikament verträgt sich mit jedem Lebensmittel


Allerdings dürfen nicht alle Tropfen verdünnt werden und nicht alle Medikamente vertragen sich mit jedem Lebensmittel. Deshalb ist es wichtig, dass Eltern, sich in jedem Fall in der Apotheke erkundigen, ob die Medizin gemischt werden darf. „Wenn nicht verdünnt werden darf, gibt es verschiedene andere Hilfsmittel: Die Medizin kann dann beispielsweise mit einer Einwegspritze ohne Nadel direkt in den Mund gespritzt werden. Für Babys gibt es verstellbare Medikamentenschnuller“, erklärt Dr. Schmitt.

Dosierung nicht ändern


Kleinkinder brauchen Arzneimittel in genau festgelegten Dosierungen. Werden die Dosierungen unregelmäßig oder falsch eingenommen, besteht die Gefahr, dass das Medikament nicht wirkt oder dem Kind sogar schadet. „Eltern dürfen die empfohlene Dosierung daher nie eigenmächtig ändern“, so Apotheker Dr. Schmitt

Arzneimittel sicher aufbewahren


Apotheker Dr. Schmitt: „Ich weiß, dass jede Krankheit eines Kindes für die Eltern zeitlich und nervlich aufreibend ist. Trotzdem ist es mir wichtig auf eines hinzuweisen: Jedes Arzneimittel – auch wenn es bei einer akuten Erkrankung regelmäßig gebraucht wird - muss außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden.“

Mittwoch, 17. Juni 2020

Alzheimer-Krankheit selten rein erblich bedingt

Weniger als ein Prozent der über 1,2 Millionen Alzheimer-Erkrankungen in Deutschland gehen auf eine rein genetische Ursache zurück


Copyright: Nottebrock/Alzheimer-Forschung Initiative

Wenn es Menschen mit Alzheimer in der Familie gibt, ist die Sorge selbst an der häufigsten Form der Demenz zu erkranken, oftmals besonders groß. Die gemeinnützige Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) erreichen zahlreiche Anfragen zum Thema Alzheimer und Vererbung. Dabei kann in den allermeisten Fällen Entwarnung gegeben werden. Weniger als ein Prozent der über 1,2 Millionen Alzheimer-Erkrankungen in Deutschland gehen auf eine rein genetische Ursache zurück.

Es sind bisher drei Gene bekannt, die für die erbliche Form der Alzheimer-Krankheit verantwortlich sind. Wenn eines dieser Gene eine Mutation aufweist, kommt es in jedem Fall zu einer Alzheimer-Erkrankung. Menschen mit einer solchen Mutation erkranken sehr früh, bereits zwischen dem 30. und 65. Lebensjahr. Die Herausforderungen sind für die Betroffenen und Angehörigen sehr groß, da viele Erkrankte berufstätig sind und Pflegeeinrichtungen eher auf ältere Alzheimer-Patienten ausgerichtet sind. 

Die erblich bedingte Form der Alzheimer-Krankheit wird autosomal-dominant vererbt, das heißt wenn ein Elternteil betroffen ist, besteht eine fünfzigprozentige Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder ebenfalls erkranken. In betroffenen Familien gibt es daher zumeist mehrere jung Erkrankte in der Familienhistorie. Die Mutation kann mit einem Gentest zweifelsfrei nachgewiesen werden. Dieser kann in einer humangenetischen Beratungsstelle durchgeführt werden. Allerdings sollte dieser Schritt gut überlegt sein, denn die Alzheimer-Krankheit ist bislang noch nicht heilbar. 

Bei über 99 Prozent aller Alzheimer-Erkrankungen ist hingegen das Alter das größte Erkrankungsrisiko. Die Symptome beginnen meistens erst ab dem 65. Lebensjahr. Allerdings scheint es auch hier einen genetischen Einfluss zu geben. Vor allem die Genvariante Apolipoprotein Epsilon 4 (ApoE4) erhöht das Erkrankungs-Risiko, auch wenn sie nicht zum sicheren Ausbruch führt. ApoE4 spielt eine Rolle beim Fettstoffwechsel im Gehirn.

Bestellinformation: Kostenlose Informationsmaterialien zur Alzheimer-Krankheit können bestellt werden bei der Alzheimer Forschung Initiative e.V., Kreuzstr. 34, 40210 Düsseldorf; Telefonnummer 0211 - 86 20 66 0; Webseite www.alzheimer-forschung.de/ratgeber.

Genetische Grundlagen der Alzheimer-Krankheit

Weitere Informationen zur Alzheimer-Krankheit

 

Über die Alzheimer Forschung Initiative e.V.

Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) ist ein gemeinnütziger Verein, der das Spendenzertifikat des Deutschen Spendenrats e.V. trägt. Seit 1995 fördert die AFI mit Spendengeldern Forschungsprojekte engagierter Alzheimer-Forscher und stellt kostenloses Informationsmaterial für die Öffentlichkeit bereit. Bis heute konnte die AFI 288 Forschungsaktivitäten mit über 11,2 Millionen Euro unterstützen und rund 855.000 Ratgeber und Broschüren verteilen. Interessierte und Betroffene können sich auf www.alzheimer-forschung.de fundiert über die Alzheimer-Krankheit informieren und Aufklärungsmaterial anfordern. Ebenso finden sich auf der Webseite Informationen zur Arbeit des Vereins und allen Spendenmöglichkeiten. Botschafterin der AFI ist die Journalistin und Sportmoderatorin Okka Gundel.

Sonntag, 14. Juni 2020

Internetportal der AOK für Beschäftigte im Gesundheitswesen inhaltlich und optisch runderneuert

Umfassender Relaunch des Web-Portals für Beschäftigte im Gesundheitswesen



Screenshot AOK-Fachportal für Leistungserbringer
und Beschäftigte im Gesundheitswesen

Das Gesundheitspartner-Portal der AOK bietet nach einem umfassenden Relaunch jetzt zusätzliche Fachinformationen und neue Service-Angebote für Beschäftigte im Gesundheitswesen. Zugleich wurde das Portal optisch und technisch runderneuert. Auf den mehr als 3.500 Seiten des Portals finden die Zielgruppen des Portals bundesweite und regionale Informationen und Dokumente der elf AOKs für insgesamt zehn Berufsfelder von "Apotheke" bis "Zahnmedizin". "Die AOK ist die einzige Krankenkasse, die solch ein breites Informationsangebot für Leistungserbringer hat. Gerade in Zeiten der Coronavirus-Pandemie sind diese verlässlichen Fachinformationen wichtig", betont Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes. "Mit unserer Kompetenz sind wir für Beschäftigte im Gesundheitswesen oft die ersten Ansprechpartner bei fachlichen Fragen rund um die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung. Das spiegelt sich in unserem Gesundheitspartner-Portal wider."

Ein Herzstück des überarbeiteten Internet-Angebotes ist eine Datenbank-basierte Ansprechpartner-Suche, die Leistungserbringern und Vertragspartnern schnell und unkompliziert den Weg zum zuständigen AOK-Mitarbeiter weist. Zudem informiert das Gesundheitspartner-Portal, das unter der neuen Domain www.aok.de/gp erreichbar ist, seine Zielgruppen jetzt noch umfassender als bisher. So ist zum Beispiel das Informationsangebot für Medizinische Fachangestellte in Arztpraxen deutlich ausgebaut worden.

Online-Lernprogramme und Arbeitshilfen ergänzen aktuelle Informationen


Wie schon in der Vergangenheit finden sich im Portal detaillierte und aktuelle Informationen zu Verträgen, Richtlinien, Verordnungs- und Abrechnungsfragen sowie zu Themen wie Datenaustausch oder Qualitätssicherung in der Versorgung der Versicherten. Besondere Zusatzangebote wie Online-Lernprogramme zur richtigen Verordnung von Heilmitteln, Hilfsmitteln oder Krankenfahrten geben den Nutzern konkrete Hilfestellung im Arbeitsalltag. Das Informationsangebot wird ergänzt durch Publikationen und Arbeitshilfen wie Leitfäden zur praktischen Umsetzung der Disease-Management-Programme (DMP) für chronisch kranke Patienten in Arztpraxen. Außerdem umfasst das Internetangebot mehrere Datenbanken zur gezielten Suche nach Dokumenten wie zum Beispiel Hilfsmittel-Verträgen der AOKs.

Insgesamt finden sich im Gesundheitspartner-Portal Informationen zu zehn Berufsfeldern des Gesundheitswesens: Apotheke, Arzt und Praxis, Hebammenhilfe, Heilmittel, Hilfsmittel, Krankenbeförderung, Krankenhaus, Pflege, Reha und Vorsorge sowie Zahnmedizin. Nach Auswahl ihrer Region bekommen die Nutzer zielgenau die Informationen der jeweils zuständigen AOK angezeigt.   

In puncto Gestaltung und Technik orientiert sich der neue Auftritt am Internetangebot für die AOK-Versicherten unter www.aok.de. Der gesamte Internetauftritt für die Leistungserbringer ist jetzt responsiv gestaltet – also auf allen Endgeräten optimal nutzbar. Auswertungen haben gezeigt, dass der Anteil der mobilen Nutzer ständig steigt, auch wenn die meisten Nutzer des Gesundheitspartner-Portal am Desktop-Computer sitzen.

Dienstag, 9. Juni 2020

Fernbehandlung: Techniker Krankenkasse bietet ihren Versicherten Online-Sprechstunde per Video

Alle Versicherten der Techniker Krankenkasse können jetzt Onlinesprechstunden per Video nutzen


Die mehr als zehn Millionen Versicherten der Techniker Krankenkasse (TK) können sich ab sofort per Telefon und Video vom heimischen Sofa aus ärztlich behandeln lassen. "Unsere zum Jahresbeginn gestarteten Pilotversuche haben sich bewährt und stehen von jetzt an allen Versicherten zur Verfügung", erklärt TK-Vorstandsvorsitzender Dr. Jens Baas. Die Versicherten können sich sieben Tage die Woche rund um die Uhr unter der Telefonnummer 040 - 46 06 61 91 00 beraten lassen. 

Bei Bedarf behandelt sie ein Arzt in einem zusätzlichen Angebot - der TK-Onlinesprechstunde. Dabei kann er auch Medikamente verordnen und eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen. 

Versicherte wollen unkomplizierte Arztbehandlung - ohne Ansteckungsgefahr


Bei der TK-Onlinesprechstunde behandeln niedergelassene Vertragsärzte verschiedener Fachrichtungen die Versicherten über die TK-Doc-App per Videotelefonie. Das Behandlungsspektrum umfasst acht Krankheitsbilder vom grippalen Infekt über Magen-Darm-Infekt und Migräne bis hin zu Rückenschmerzen und Corona-Symptomen. Dr. Baas: "Wir haben sehr gute Rückmeldungen von unseren bisherigen Teilnehmern erhalten. Gerade in Zeiten von Corona - aber auch darüber hinaus - wollen die Patienten einen unkomplizierten und komfortablen Zugang zum Arzt ohne Ansteckungsgefahr." Dabei müsse der Arzt selbstverständlich prüfen, ob eine sichere Diagnose und Behandlung aus der Distanz möglich ist. 

Netzwerk offen für weitere Anbieter


Der stellvertretende TK-Vorstandsvorsitzende Thomas Ballast betont die Anstrengungen der TK für einen flächendeckenden Ausbau des Fernbehandlungs-Netzes. Ballast: "Wir arbeiten gerade mit Nachdruck an der Anbindung weiterer Apotheken und Arztpraxen. Dabei ist uns ganz wichtig, dass wir offen für weitere Partner sind. Unser Versorgungsnetz soll keine Konkurrenz für die anderen Apotheken oder Arztpraxen sein, sondern bei uns sind zusätzliche Partner jederzeit herzlich willkommen." 

Medikamente: Klassisch per Papierrezept oder digital per QR-Code


Bei Arzneimittelverordnungen können die Versicherten zwischen einem klassischen Papierrezept und einem elektronischen Rezept wählen. Hierzu erhält der Versicherte einen QR-Code auf sein Smartphone, den er direkt an eine der teilnehmenden Apotheken weiterleiten kann. Durch den Botendienst der Apotheken ist auch eine Lieferung nach Hause inklusive einer kontaktlosen Übergabe des Arzneimittels möglich. Die TK unterstützt ihre Versicherten bei Bedarf mit einer speziellen Hotline, wenn sie eine Apotheke suchen, bei der sie auch digitale Rezepte einlösen können.

Krankschreibung bis zu drei Tage


Auch eine Krankschreibung ist bis zu einer Dauer von drei Tagen möglich. Auf Wunsch des Versicherten erfolgt die Übermittlung an die TK auf elektronischem Weg. Der Versand der Durchschläge für den Versicherten und den Arbeitgeber muss derzeit aus rechtlichen Gründen noch auf dem Postweg erfolgen. 

Zur Nutzung der Onlinesprechstunde können Versicherte die TK-Doc-App kostenlos in dem Play Store von Google und dem App Store von Apple herunterladen und sich in der Onlinefiliale "Meine TK" authentifizieren. 

Weitere Informationen zur TK-OnlineSprechstunde  gibt es unter www.tk.de (Suchnummer 2079660).

Freitag, 5. Juni 2020

Tag der Organspende am 06. Juni

Spendenbereitschaft steigt gegenüber Vorjahr deutlich

 


Berlin, 5. Juni 2020 – Deutlich mehr Menschen als im Vorjahr stehen einer Organspende positiv gegenüber. In einer repräsentativen Umfrage unter rund 1.000 Versicherten der Barmer im Mai dieses Jahres erklärten 32 Prozent der Befragten, dass sie bestimmt zur Organspende bereit sind. Ein Jahr zuvor waren es mit 23 Prozent deutlich weniger. Zugleich sank die Zahl derer, die eine Organspende bestimmt ausschließen, von 16 Prozent auf neun Prozent. 

„Die Bewegung bei der Spendenbereitschaft ist ein positives Signal dafür, dass sich die Menschen sehr wohl mit diesem sensiblen Thema auseinandersetzen und eine Entscheidung treffen wollen“, so Prof. Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer.

 

Organspendeskandal wirkt nach

 

Die Umfrage zeige, dass vor allem junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren mit 43 Prozent eine höhere Bereitschaft zur Organspende hätten. Zugleich sehe man vor allem bei den Älteren, dass der Organspende-Skandal nachwirke. So hätte unter den 16- bis 25-Jährigen jeder Fünfte bestätigt, dass durch den Skandal sein Vertrauen gesunken sei. Bei den Befragten zwischen 51 und 64 Jahren sei dieser Wert doppelt so hoch.

 

Mehrheit für Zustimmungslösung

 

Die Befragung zeige zudem, dass die seit Januar dieses Jahres geltende Zustimmungslösung mehrheitlich auf ein positives Echo stößt. 59 Prozent der Befragten bevorzugen sie gegenüber einer Widerspruchslösung. 

Die Sicht der Menschen auf die Organspende habe sich leicht positiv entwickelt. 80 Prozent der Befragten gaben an, dass sich ihre Einstellung durch die neue Rechtslage nicht verändert habe. Bei 16 Prozent sei die Einstellung positiv beeinflusst worden und bei vier Prozent negativ. „Es bleibt eine wichtige Aufgabe, durch ergebnisoffene Informationen und kontinuierliche Hinweise auf die Organspende aufmerksam zu machen. Jeder sollte sich mit dem Thema beschäftigen, um seine persönliche Entscheidung zu treffen und diese im Organspendeausweis dokumentieren“, sagte Straub.

Mittwoch, 3. Juni 2020

Nicht nachlassen beim Selbstschutz

Stuttgart – Angesichtes der Corona-Lockerungen in allen Bundesländern appelliert der Landesapothekerverband Baden-Württemberg (LAV), den sinnvollen und nötigen Selbstschutz nicht zu vernachlässigen. Dies wird auch durch den sorgenvollen Blick auf die erneut ansteigenden Infektionszahlen untermauert, die das Robert-Koch-Institut aktuell vermeldet. Die Apothekerinnen und Apotheker raten insbesondere dazu, mehr Wert auf einen funktionalen Atemschutz zu legen.


Video: Beratung zu Masken
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Mit Einführung der Pflicht zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes waren die Bestände an zertifizierten Masken sehr gering – sie waren nur schwer zu bekommen. Das hat dazu geführt, dass viele Menschen zum Beispiel bei Einkäufen, aber auch bei anderen Tätigkeiten im öffentlichen Raum oder am Arbeitsplatz selbstgenähte Masken tragen oder sich womöglich nur mit einen Schal oder ein Tuch vor Mund und Nase schützen. Dass solche Masken die Trägerin oder den Träger selbst vor einer Infektion nicht schützen, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Genau zu diesem Selbstschutz aber raten die Apothekerinnen und Apotheker.

In den vergangenen Wochen wurden zunächst Krankenhäuser, Arztpraxen, Hebammen, Pflegeheime und Pflegedienste mit partikelfiltrierenden FFP2-Masken versorgt. Für Privatpersonen war es schwierig bis unmöglich, an diese Masken heranzukommen. Mittlerweile, so ergibt eine Stichprobenabfrage des LAV bei seinen Mitgliedern, sind in den allermeisten Apotheken entsprechend zertifizierte Masken der Schutzklasse FFP2 wieder vorrätig. „Die Versorgungssituation hat sich entspannt“, erklärt Tatjana Zambo, Vizepräsidentin des LAV, „so dass die Apotheken jetzt überwiegend in der Lage sind, ihren Kunden FFP2-Masken anzubieten.“ Da diese Masken nicht nur das jeweilige Gegenüber vor einer Tröpfchenansteckung schützen, sondern die Trägerin oder der Träger selbst deutlich effektiver gegen eine Virusinfektion geschützt ist, raten die Apotheker, jetzt auf diesen hochwertigeren Schutz umzusteigen. „Auch FFP2-Masken gibt es in waschbaren Ausführungen“, erklärt Zambo. „Sie können durch regelmäßiges Waschen eine längere Zeit genutzt werden. Also: Höherer Schutz und Wiedereinsatz!“

Zusätzlich sei bei wieder vermehrten Sozialkontakten und mehr Verweilzeit und Bewegung im öffentlichen Raum durch die Corona-Lockerungen auch das Thema Handdesinfektion wieder wichtiger, mahnt der Apothekerverband. In kleinen Portionsfläschchen findet das Desinfektionsmittel Platz in jeder Jacken- oder Handtasche. Wer sich also zunehmend mehr im öffentlichen Raum aufhält, sollte regelmäßig und gründlich seine Hände desinfizieren.

Freitag, 29. Mai 2020

Urteil: Bundessozialgericht lässt Versicherte im Stich

VdK kündigt Verfassungsbeschwerde an


Bei den Krankenkassen in Deutschland knallen die Sektkorken: Die Kassen können künftig in aller Ruhe Anträge liegen lassen und Fristen versäumen. Eine versäumte Kassenfrist führt nicht mehr zu einem Sachleistungsanspruch der Menschen im Land. So steht es in einem Grundsatzurteil des Bundessozialgerichts (BSG). Der Sozialverband VdK hält das Urteil (Az.: B 1 KR 9/18 R) für versichertenfeindlich. 
VdK-Präsidentin Verena Bentele kündigt eine Verfassungsbeschwerde an: „Wir bedauern es, dass der Erste Kasseler Senat den Krankenkassen einen Blankoscheck für langsames Arbeiten ausstellt. Das Urteil benachteiligt einseitig die gesetzlich Versicherten. Für uns ist das Gleichheitsgebot verletzt. Wir werden Verfassungsbeschwerde erheben.“
Nach bisheriger Rechtsprechung hatten die Krankenkassen drei Wochen Zeit, Leistungsanträge zu bearbeiten und zu entscheiden. Hielten die Kassen die Fristen nicht ein, galt die Leistung nach Ablauf der Frist als genehmigt. So steht es auch im Sozialgesetzbuch. Diese Regel hatte das BSG zuletzt noch im August 2019 (Az.: B 1 KR 36/18 R) bestätigt. Der neue BSG-Präsident Rainer Schlegel und der zuständige Erste Senat kippten am gestrigen Dienstag, den 26. Mai, diese versichertenfreundliche Rechtsprechung. 

Konkreter Fall

Der Sozialverband VdK vertritt die Interessen eines Klägers, der unter einer speziellen Krankheit leidet, die unter anderem Gehstörungen verursacht. Sein Arzt behandelte ihn mit einem Medikament, das nur bei Multipler Sklerose zugelassen ist. Der Patient nahm das Medikament auf eigene Kosten und es half, so dass sein Arzt die Kostenübernahme durch die Krankenkasse beantragte. Erst nach über drei Monaten lehnte die Kasse ab. Da alle Fristen verstrichen waren, ging die Vorinstanz, das Landessozialgericht (LSG) Rheinland-Pfalz, davon aus, dass die Behandlung als fiktiv genehmigt gilt. Diese Entscheidung hob das BSG nun auf.

Sonntag, 24. Mai 2020

Ende des Corona-Lockdowns

Diese vier Grundregeln reduzieren das Risiko im Alltag




Baierbrunn (ots) - Das Gesundheitsportal apotheken-umschau.de erklärt die wichtigsten Verhaltensregeln, um sich und andere auch weiterhin vor einer Ansteckung zu schützen

Nach den strengen Ausgangsbeschränkungen kehrt allmählich wieder etwas Normalität zurück. Doch: Das Risiko einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 ist längst nicht verschwunden. Um die Gefahr einer Infektion möglichst gering zu halten, sollte jeder bestimmte Hygieneregeln einhalten. Auf diese Weise schützt man sich und andere vor Ansteckung - und trägt zudem dazu bei, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. 

Das Gesundheitsportal www.apotheken-umschau.de/ Coronavirus/Nach-dem-Lockdown-Regeln-fuer-den-Alltag-558765.html zeigt die vier wichtigsten Vorsichtsmaßnahmen für den Alltag.

Händewaschen nicht vergessen!


Nach dem Nachhause kommen, vor dem Aufsetzen beziehungsweise nach dem Abnehmen der Mund-Nasen-Bedeckung, beim Besuch einer fremden Wohnung, beim Ankommen am Arbeitsplatz - und natürlich nach dem Toilettenbesuch und vor dem Essen: In diesen Situationen sollten die Hände gründlich gewaschen werden. Damit reduziert man die Gefahr, dass das Virus über die Hände auf die Schleimhäute und in den Körper gelangt. Wichtig: Hände unter fließendem Wasser bis zum Gelenk befeuchten, alle Stellen, insbesondere Fingerspitzen und Daumen, einseifen, die Zwischenräume nicht vergessen, abschließend gut abspülen und Hände sorgfältig trocknen, danach - wenn möglich - eincremen.

Mund-Nasen-Bedeckung tragen!


Inzwischen ist es Pflicht, beim Besuch von Geschäften oder in öffentlichen Verkehrsmitteln eine Schutzmaske zu tragen. Diese Mund-Nasen-Bedeckungen können beim Sprechen, Husten oder Niesen einen Teil der infektiösen Partikel abhalten. Tipp: Immer dann eine Maske benutzen, wenn ein ausreichender Abstand zur nächsten Person nicht gewährleistet werden kann.

Abstand halten - wenig Kontakt zu anderen!


Das Coronavirus wird - darüber sind sich Experten einig - in erster Linie durch Tröpfchen übertragen. Eine einfache Unterhaltung zwischen zwei Personen kann dafür schon reichen. Denn solange das sogenannte Aerosol in der Luft steht, können die Erreger von anderen eingeatmet werden. Deshalb ist es ratsam, geschlossene Räume regelmäßig zu lüften. Übrigens: Große Tröpfchen werden beim Sprechen auf eine Entfernung bis zu einem Meter gut übertragen. Empfohlen wird deshalb ein Abstand von mindestens anderthalb bis zwei Metern zu anderen. Generell gilt: Auch wenn keine Ausgangssperre mehr besteht, sollte man Kontakte zu anderen reduzieren und möglichst viel Zeit zu Hause verbringen.

Richtig niesen und husten!


Wichtige Hygieneregel, gerade in Coronazeiten: Wer husten oder niesen muss, sollte sich unbedingt von anderen Menschen wegdrehen und ein Taschentuch benutzen, das anschließend gleich in den Müll wandert. Kein Taschentuch zur Hand? Dann tut es notfalls auch die Armbeuge. So wird verhindert, dass weniger Speicheltröpfchen - und damit möglicherweise auch weniger Viren - in die Atemluft geraten.

Quelle: apotheken-umschau.de

Freitag, 22. Mai 2020

Zurück ins Fitnessstudio

So geht man kein unnötiges Corona-Risiko ein

 

 

Nach wochenlanger Corona-Sperre haben die ersten Fitnessstudios wieder geöffnet. Wer zum Training geht, sollte aber einige Regeln beachten, um sich vor dem Virus zu schützen und den Körper nicht zu überfordern. 

„Zum Training im Fitnessstudio sollte man mehrere Masken mitnehmen und sie wechseln, sobald sie feucht sind. Da man durch die Maske schlechter Luft bekommt, sollte man das Training ein wenig drosseln und sich langsam an sein Limit herantasten“, sagt Klaus Möhlendick, Sportwissenschaftler bei der Barmer. Für einen gesunden Sportler sei es kein Problem, wenn das Atmen durch die Schutzmaske etwas anstrengender sei. Dies könne die Atemmuskulatur sogar bis zu einem gewissen Grade trainieren und stärken. 

Dagegen sollten Personen, die ohnehin schon Atemwegs- oder Kreislaufprobleme hätten, ihr Training stark reduzieren und besser zuhause trainieren, um die Genesung nicht zu gefährden.

Möglichst alle in derselben Blickrichtung trainieren


Allein eine Atemmaske biete aber keinen ausreichenden Schutz vor dem Coronavirus. „Wie überall ist auch im Fitnessstudio ein Mindestabstand von eineinhalb bis zwei Metern dringend einzuhalten, um eine Corona-Infektion zu vermeiden. Darüber hinaus sollten die Trainierenden eine einheitliche Blickrichtung einnehmen, damit sie sich nicht gegenseitig ins Gesicht atmen“, rät Möhlendick. Dies sei deshalb so wichtig, da der Mundschutz schnell feucht werde und damit auch seine Schutzfunktion verliere.

Geräte desinfizieren und nicht ins Gesicht fassen


Grundsätzlich solle man beim Training im Fitnessstudio nun noch stärker auf die Hygiene achten als vor der Corona-Pandemie. Dazu gehöre, die Griffe der Geräte und andere Kontaktflächen am besten vor und nach jedem Training zu desinfizieren. Keinesfalls solle man sich während des Trainings ins Gesicht fassen, weil dadurch das Risiko einer Übertragung des Coronavirus besonders groß sei. Nach dem Training solle man sich abschließend noch einmal gründlich die Hände waschen, sagt Möhlendick.

Dienstag, 19. Mai 2020

Blutvergiftung: Neues Verfahren schafft Vorsprung im Wettlauf gegen die Zeit


Rund 320.000 Menschen in Deutschland erleiden jährlich eine Blutvergiftung. Jeder Vierte stirbt daran



Rund 320.000 Menschen in Deutschland erleiden jährlich eine Sepsis - umgangssprachlich als Blutvergiftung bezeichnet. Jeder Vierte stirbt daran. Mit Hochtechnologie für neue schnellere Analysen wollen die Universitätsmedizin Mainz, das Software-Unternehmen Noscendo und die Techniker Krankenkasse (TK) die Keime wirkungsvoller bekämpfen, teilt die TK mit.

Das softwarebasierte Verfahren, welches aus einem speziellen Test und einer Erreger-Plattform besteht, kann eine Blutprobe innerhalb von 24 Stunden auf rund 1000 Erreger testen. "Bisher benötigen die Analysen mehrere Tage für einige wenige Erreger. Für die Rettung des Patienten verschafft das Projekt den Ärzten in vielen Fällen den entscheidenden Vorsprung im Wettlauf gegen die Zeit", so Daniel Cardinal, Leiter des Geschäftsbereichs Versorgungsinnovation bei der TK.

"Die Noscendo GmbH verknüpfte auf spannende Weise Know-how aus Biotechnologie und Software und hat einen inzwischen CE-markierten Algorithmus entwickelt, der auf Basis von nur einer Blutprobe eine zielgerichtete, verlässliche und schnelle Erregeridentifikation bietet und somit eine evidenzbasierte Behandlung ermöglicht", erläutert Dr. Philip Stevens, Geschäftsführer der Noscendo GmbH.

Dr. med. Daniel Teschner von der Universitätsmedizin Mainz ist überzeugt: "Dieses Verfahren unterstützt den behandelnden Arzt bei Diagnose und Behandlung optimal, da es zusätzlich zu der etablierten Diagnostik schnell evidenzbasierte Erkenntnisse liefert. Nicht nur bei der gezielten Therapie von Sepsen und Meningitiden, sondern beispielsweise auch beim Management immunsupprimierter Hochrisikopatienten, wird dieses Angebot von maßgeblicher Bedeutung sein."

Ein detailliertes Interview mit dem Start-up Noscendo und dem neuen Verfahren gibt es auf dem TK-Blog #WirTechniker.

Donnerstag, 14. Mai 2020

COVID-19: Arztbesuch bei Gedächtnisproblemen nicht aufschieben

Trotz Beschwerden aus Angst nicht zum Arzt zu gehen, ist ganz verkehrt


Dr. Michael Lorrain
Dr. Michael Lorrain
Copyright: Privat

Die Pandemie der Lungenerkrankung COVID-19 sollte nicht dazu führen, dass Menschen mit Gedächtnisproblemen von einem Arztbesuch absehen. „Trotz Beschwerden aus Angst nicht zum Arzt zu gehen, ist ganz verkehrt“, sagt Dr. Michael Lorrain, Vorstandsvorsitzender der gemeinnützigen Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI). „Wenn der Verdacht auf Gedächtnisprobleme besteht, sollte natürlich eine ärztliche Untersuchung stattfinden. Die Praxen sind darauf eingerichtet, in der gegenwärtigen Situation entsprechende Maßnahmen zum Schutz der Patientinnen und Patienten zu ergreifen. Ansonsten droht im schlimmsten Fall die Verschleppung einer womöglich behandelbaren Erkrankung“, sagt der Facharzt für Nervenheilkunde, der seit 1989 in Düsseldorf niedergelassen ist.

In seinem Praxisalltag hat COVID-19 zu einigen Änderungen geführt. „Die Termine sind nicht mehr so dicht getaktet wie sonst, an den Anmeldetheken und auf meinem Schreibtisch im Arztzimmer stehen Plexiglas-Aufsteller. Meine Kollegen und ich und natürlich auch unsere Medizinischen Fachangestellten tragen Mundschutz, bei Untersuchungen tragen wir Handschuhe“, beschreibt Dr. Lorrain die aktuelle Situation.

Vorsicht sei in seinem Fachbereich bei der Telemedizin geboten, die momentan bei vielen Ärzten in anderen Disziplinen auf dem Vormarsch ist. „Telemedizin bei Gedächtnisproblemen oder bereits bestehender Demenz halte ich nicht für besonders sinnvoll, in fortgeschrittenen Stadien schon gar nicht“, sagt Dr. Lorrain. Dies erzeuge nur Unruhe und Verwirrung. „Ferndiagnosen sind im kognitiven Bereich auch gar nicht möglich“, sagt Dr. Lorrain.

Telefonische Beratung, insbesondere der Angehörigen, mache dagegen Sinn. „Wir haben festgestellt, dass die telefonische Kontaktaufnahme seitens der Praxis durch den Behandler als sehr hilfreich erlebt wird. Das möchten wir auch nach COVID-19 neben der Präsenzsprechstunde weiterführen“, sagt Dr. Lorrain.

Wie die Alzheimer-Krankheit diagnostiziert wird, erklärt die AFI in ihrer kostenlosen Broschüre „Diagnose-Verfahren bei Alzheimer“. Die Broschüre kann bestellt werden bei der Alzheimer Forschung Initiative e.V., Kreuzstr. 34, 40210 Düsseldorf; Telefonnummer 0211 - 86 20 66 0; Webseite: www.alzheimer-forschung.de/diagnoseverfahren.

Weitere Informationen zur Alzheimer-Krankheit

Über die Alzheimer Forschung Initiative e.V.

Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) ist ein gemeinnütziger Verein, der das Spendenzertifikat des Deutschen Spendenrats e.V. trägt. Seit 1995 fördert die AFI mit Spendengeldern Forschungsprojekte engagierter Alzheimer-Forscher und stellt kostenloses Informationsmaterial für die Öffentlichkeit bereit. Bis heute konnte die AFI 288 Forschungsaktivitäten mit über 11,2 Millionen Euro unterstützen und rund 855.000 Ratgeber und Broschüren verteilen. Interessierte und Betroffene können sich auf www.alzheimer-forschung.de fundiert über die Alzheimer-Krankheit informieren und Aufklärungsmaterial anfordern. Ebenso finden sich auf der Webseite Informationen zur Arbeit des Vereins und allen Spendenmöglichkeiten. Botschafterin der AFI ist die Journalistin und Sportmoderatorin Okka Gundel.

Montag, 11. Mai 2020

Trockene Augen am Bildschirm vermeiden

Beim Starren auf den Monitor verringert sich die Frequenz des Lidschlags drastisch



Wenn die Augen öfter brennen, gerötet sind und sich ausgetrocknet anfühlen, ist das Arbeiten am Bildschirm häufig die Ursache dafür. Rund acht Millionen Menschen in Deutschland leiden unter trockenen Augen. „Wer merkt, dass seine Augen bei der Bildschirmarbeit trocken werden, sollte regelmäßig Pausen einlegen, bewusst in die Ferne sehen und blinzeln, damit die Augen entspannen“, sagt Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der Barmer. Fehle den Augen die schützende Tränenflüssigkeit, drohten schlimmstenfalls Infektionen.

Infektionsgefahr durch trockene Augen

Beim Starren auf den Monitor verringere sich die Frequenz des Lidschlags drastisch. Statt 20 Lidschlägen pro Minute würden bei intensiver Computernutzung nur noch fünf gemessen. Als Folge verdunste mehr Tränenflüssigkeit. „Durch den fehlenden Schutzfilm der Tränen kann es im schlimmsten Fall zu Entzündungen am Auge kommen, da Bakterien nicht ausgespült werden“, sagt Marschall. Neben Entspannungstechniken für die Augen könnten mehrmaliges Lüften am Tag und ein Raumluftbefeuchter ebenfalls dabei helfen, die Augen feucht zu halten.

Ursachen abklären lassen

Außer der Bildschirmarbeit gebe es viele andere Ursachen für trockene Augen. „Die Hormonumstellung im Alter ist eine häufige Ursache dafür, dass die Tränenproduktion abnimmt. Daher gibt es viele Frauen, die in den Wechseljahren unter trockenen Augen leiden“, sagt Marschall. Auch regelmäßig eingenommene Schlafmittel, Betablocker oder die Anti-Baby-Pille könnten dazu führen, dass die Augen austrocknen. Das gleiche gelte für bestimmte Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Rheuma oder Vitamin-A-Mangel. Zur Abklärung der Ursachen solle der Hausarzt aufgesucht werden. Gegebenenfalls könnten geeignete Augentropfen helfen.

Donnerstag, 7. Mai 2020

Schlaganfall-Risiko auch in Corona-Zeiten ernst nehmen

Verdachtsmomente mit dem FAST-Test gut zu erkennen


Foto: KKH Kaufmännische Krankenkasse

Immer mehr deutsche Klinikleitungen weisen darauf hin, dass seit der Corona-Krise deutlich weniger Patienten wegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen in die Krankenhäuser kommen. Insbesondere sollen sich die Fälle mit den Diagnosen Schlaganfall und Herzinfarkt verringert haben. Mögliche Gründe sind weniger Überweisungen von Patienten durch den eingeschränkten Praxisbetrieb niedergelassener Fachärzte sowie die Angst vor Ansteckung mit dem Corona-Virus.

Besonders in der Zeit der Corona-Pandemie ist es wichtig, neben Erkältungssymptomen auf andere Warnsignale seines Körpers zu achten und schnell zu handeln. Auf keinen Fall sollte ein Arztbesuch gescheut werden. Beim Schlaganfall ist das Tragische, dass es jeden treffen kann, auch junge Erwachsene und sogar Kinder. Darauf macht die KKH anlässlich des Tages gegen den Schlaganfall am 10. Mai aufmerksam. Laut einer Datenerhebung der Kasse waren im Jahr 2018 insgesamt über 36.000 Versicherte von einem Schlaganfall betroffen – Tendenz steigend. 2012 lag die Zahl noch bei 29.900 Versicherten. Besonders erschreckend ist, dass fast 4.500 Schlaganfallpatienten jünger als 55 Jahre alt waren.

Schlaganfälle zählen ebenso wie Herzinfarkte zu den Herz-Kreislauf-Erkrankungen − der Todesursache Nummer eins in Deutschland. Vorbeugung ist und bleibt die beste Medizin. Das heißt: Verzicht auf Nikotin, gesunde Ernährung, wenig oder gar kein Alkohol, viel Bewegung, Sport sowie Stressreduktion. Der Abbau von Übergewicht und der regelmäßige, kostenfreie Check-up beim Arzt helfen außerdem, das Risiko für einen Schlaganfall frühzeitig zu erkennen und zu senken.

Laut der Deutschen Schlaganfall-Hilfe stehen für die Akutversorgung im Notfall in Deutschland inzwischen 335 Schlaganfall-Spezialstationen – sogenannte Stroke Units – in Kliniken bereit. Das hat dazu geführt, dass etwa doppelt so viele Schlaganfall-Patienten die Erkrankung überleben. Unbedingte Voraussetzung dafür sind aber vor allem schnelles Erkennen und Handeln, auch um Folgeschäden zu vermeiden.

Hierbei hilft der FAST-Test. F-A-S-T steht für Face (Gesicht), Arms (Arme), Speech (Sprache) und Time (Zeit). Die meisten Schlaganfälle lassen sich innerhalb weniger Sekunden wie folgt feststellen:

  • Face: Bitten Sie die Person zu lächeln. Ist das Gesicht einseitig verzogen? Das deutet auf eine Halbseitenlähmung hin.
  • Arms: Bitten Sie die Person, die Arme nach vorn zu strecken und dabei die Handflächen nach oben zu drehen. Bei einer Lähmung können nicht beide Arme gehoben werden; sie sinken oder drehen sich.
  • Speech: Lassen Sie die Person einen einfachen Satz wie „Ich benötige keine Hilfe!“ nachsprechen. Ist sie dazu nicht in der Lage oder klingt die Stimme verwaschen, liegt vermutlich eine Sprachstörung vor.
  • Time: Wählen Sie unverzüglich den Notruf 112. Weisen Sie auf die vorliegenden Schlaganfall-Symptome hin und äußern Sie deutlich: „Verdacht auf einen Schlaganfall“. Denn nur im Krankenhaus kann die Ursache des Schlaganfalls ermittelt und die richtige Therapie eingeleitet werden!

Diese vier Punkte sind außerdem wichtig:

  • Geben Sie dem Betroffenen nichts zu essen oder zu trinken. Der Schluckreflex kann gestört sein – es droht Erstickungsgefahr!
  • Entfernen oder öffnen Sie einengende Kleidungsstücke.
  • Achten Sie auf freie Atemwege, entfernen Sie ggf. Zahnprothesen.
  • Teilen Sie dem Notarzt die Symptome und den Zeitpunkt des Auftretens mit.

Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe hält online einen Risiko-Test bereit unter https://www.schlaganfall-hilfe.de/test, der aus 13 Fragen besteht, für deren Beantwortung etwa zehn Minuten Zeit einzuplanen sind.

Mittwoch, 6. Mai 2020

Trotz COVID-19: Alzheimer-Vorbeugung ist möglich

Die Maßnahmen zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung der Lungenerkrankung COVID-19 sind nötig, zugleich schränken sie aber auch den Alltag stark ein


Copyright: Nottebrock / Alzheimer Forschung Initiative e. V.


Die Maßnahmen zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung der Lungenerkrankung COVID-19 sind nötig, zugleich schränken sie aber auch den Alltag stark ein. Besonders Senioren können sich einsam und gelangweilt fühlen, wenn Familienbesuche ausbleiben und Freizeitaktivitäten mit Freunden und Bekannten nicht möglich sind. Dabei ist ein aktives und abwechslungsreiches Leben zentral, um das Alzheimer-Risiko zumindest zu senken. Da die Alzheimer-Krankheit trotz intensiver Forschung bislang nicht heilbar ist, steigt das Interesse am Thema Alzheimer-Prävention stetig. Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) hat Tipps zusammengestellt, die sich auch unter Einhaltung der COVID-19-Beschränkungen umsetzen lassen.

Soziale Kontakte

Soziale Kontakte sind vor allem jetzt sehr wichtig, denn sie helfen nicht nur gegen Einsamkeit, sondern halten auch Ihre grauen Zellen auf Trab. Wer einsam ist, hat ein doppelt so großes Alzheimer-Risiko, als jemand mit viel sozialem Austausch. Telefonate und handgeschriebene Briefe ermöglichen auch weiterhin den Austausch mit Freunden und Familie. Bei Video-Anrufen mit Smartphones, Tablets oder Computern kann man seine Gesprächspartnerinnen und -partner dabei auch sehen. Chatten Sie beispielsweise regelmäßig mit Ihrer Familie, lesen Sie Ihren Enkeln am Telefon vor, schicken Sie sich Fotos aus Ihrem Alltag oder verabreden Sie sich per Videokonferenz zum gemeinsamen Kochen.

Ernährung

COVID-19 bringt es mit sich, dass wir momentan viel Zeit zuhause verbringen – das ist eine gute Gelegenheit, die Ernährung auf den Prüfstand zu stellen. Denn eine gesunde und ausgewogene Ernährung beugt nicht nur Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor, sie schützt auch das Gehirn. Alzheimer-Forscher empfehlen eine mediterrane Küche mit Olivenöl, Obst und Gemüse, fettem Fisch und wenig rotem Fleisch. Unser Gehirn zieht zur Deckung des Energiebedarfs den Zucker am besten aus vollkornhaltigen Kohlenhydraten. Darüber hinaus brauchen wir Eiweiß und langkettige Omega-3-Fettsäuren. Kochen und essen Sie abwechslungsreich, trinken Sie viel Wasser oder zwischendurch auch Traubensaft. Der Lieferservice des Supermarktes oder auch Nachbarn können bei Bedarf mit den Einkäufen helfen.

Geistige Fitness

Wer rastet, der rostet – das gilt auch für die grauen Zellen. Wer sich geistig fit hält, hat ein geringeres Risiko, an Alzheimer zu erkranken. Dabei lässt sich die geistige Fitness auch sehr gut zu Hause trainieren. Online-Spiele und Online-Kurse bieten sich jenen an, die digitale Medien gerne nutzten. Und wenn Sie die Nutzung schon immer einmal lernen wollten, dann können Sie sich jetzt die Zeit dafür nehmen. Aber auch offline ist viel möglich – zum Beispiel Lesen oder Musizieren. Alles, was Spaß macht und ein wenig fordert, ist gut für das Gehirn. Die Nervenzellverbindungen profitieren gerade auch beim Lernen von Neuem, wie etwa beim Erlernen einer Sprache.

Bewegung

Durch ausreichend Bewegung wird nicht nur der Körper fit gehalten, sondern auch das Gehirn. Mindestens zwanzig Minuten pro Tag sind ideal. Dabei geht es nicht um Höchstleistungen, sondern darum, mit Spaß in Bewegung zu bleiben. Spaziergänge im Wald, Radfahren oder laufen – am besten dort, wo nicht so viele Menschen sind. Mit dem richtigen Abstand können Sie sich auch zu einem gemeinsamen Spaziergang verabreden. Achten Sie darauf, sich selbst und andere nicht anzustecken. Im Internet gibt es viele Sport- und Bewegungs-Kurse, die häufig auch kostenlos sind. 

Medizinische Vorsorge

Sorgen Sie für Ihre Gesundheit und lassen Sie sich auch in Zeiten von COVID-19 regelmäßig vom Arzt untersuchen. Achten Sie besonders auf Symptome für Herz- und Gefäßerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, Herzrhythmusstörungen und erhöhte Cholesterinwerte.

Was wir nicht beeinflussen können

Nicht beeinflussen lassen sich das Alter und die Gene. Je älter ein Mensch wird, desto höher ist sein Alzheimer-Risiko. Von den 70- bis 75-Jährigen sind nur drei bis vier Prozent betroffen, während es bei den über 90-Jährigen mehr als ein Drittel sind. Auch Genmutationen können für den Ausbruch der Krankheit ursächlich sein. Das betrifft aber weniger als ein Prozent aller Alzheimer-Erkrankungen. Darüber hinaus gibt es aber auch Genvarianten, die das Alzheimer-Risiko etwas erhöhen.

Die gemeinsam mit Alzheimer-Forschern entwickelte AFI-Broschüre „Alzheimer vorbeugen: Gesund leben - gesund altern“ enthält weitere Tipps für den Alltag sowie Hintergrundwissen zur Alzheimer-Prävention. Sie kann kostenfrei bestellt werden bei der Alzheimer Forschung Initiative e.V., Kreuzstr. 34, 40210 Düsseldorf; Telefonnummer 0211 - 86 20 66 0; Webseite: www.alzheimer-forschung.de/alzheimer-vorbeugen.

Weitere Informationen zur Alzheimer-Krankheit

Über die Alzheimer Forschung Initiative e.V.

Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) ist ein gemeinnütziger Verein, der das Spendenzertifikat des Deutschen Spendenrats e.V. trägt. Seit 1995 fördert die AFI mit Spendengeldern Forschungsprojekte engagierter Alzheimer-Forscher und stellt kostenloses Informationsmaterial für die Öffentlichkeit bereit. Bis heute konnte die AFI 288 Forschungsaktivitäten mit über 11,2 Millionen Euro unterstützen und rund 855.000 Ratgeber und Broschüren verteilen. Interessierte und Betroffene können sich auf www.alzheimer-forschung.de fundiert über die Alzheimer-Krankheit informieren und Aufklärungsmaterial anfordern. Ebenso finden sich auf der Webseite Informationen zur Arbeit des Vereins und allen Spendenmöglichkeiten. Botschafterin der AFI ist die Journalistin und Sportmoderatorin Okka Gundel.

Montag, 27. April 2020

Erklärung von Kanzleramtsminister Helge Braun und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zur Tracing-App

Ziel ist, dass die Tracing-App sehr bald einsatzbereit ist und in der Bevölkerung sowie der Zivilgesellschaft eine breite Akzeptanz findet

 

 




Um Kontaktpersonen von Corona-Infizierten schnell und einfach warnen zu können, setzt die Bundesregierung auf die Entwicklung einer Tracing-App, die auf Freiwilligkeit beruht, datenschutzkonform ist und ein hohes Maß an IT-Sicherheit gewährleistet.

Dazu erklären Kanzleramtsminister Helge Braun und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn
„Wir verfolgen als Bundesregierung bei der Entwicklung einer Tracing-App einen Ansatz, der auf Freiwilligkeit beruht, datenschutzkonform ist und ein hohes Maß an IT-Sicherheit gewährleistet. Hauptziel aus epidemiologischer Sicht ist es, Infektionsketten möglichst frühzeitig zu erkennen und zu unterbrechen. 

Um diese Anforderungen zu erfüllen, sollen zwischen zwei oder mehreren Nutzern der Anwendung, die sich über einen längeren Zeitraum in kritischer Nähe zueinander aufhalten, temporäre verschlüsselte Identitäten ausgetauscht werden. Im Infektionsfall wird ohne Identifikation der Kontaktpersonen der infizierten Nutzer eine Benachrichtigung veranlasst. Die Kontaktperson erhält so eine entsprechende Warnung.  

Unser Ziel ist es, dass angesichts der bereits erfolgenden Öffnungen nach den umfangreichen Kontaktbeschränkungen sehr bald die Tracing-App einsatzbereit ist und in der Bevölkerung sowie der Zivilgesellschaft eine breite Akzeptanz findet. Die Nutzung der App durch möglichst große Teile der Bevölkerung ist die Grundlage ihres Erfolges.

Um dieses Ziel zu erreichen, setzt die Bundesregierung auf eine dezentrale Softwarearchitektur, die die in Kürze zur Verfügung stehenden Programmierschnittstellen der wesentlichen Anbieter von mobilen Betriebssystemen nutzt und gleichzeitig die epidemiologische Qualitätssicherung bestmöglich integriert. Das bedeutet konkret, dass wir den Einsatz einer konsequent dezentralen Softwarearchitektur für die Anwendung in Deutschland vorantreiben werden. Darin soll auch die Möglichkeit integriert werden, dass Bürgerinnen und Bürger freiwillig in pseudonymisierter Form Daten zur epidemiologischen Forschung und Qualitätssicherung an das Robert Koch-Institut übermitteln können.  

Die Bundesregierung wird für die Nutzung dieser Möglichkeit werben, weil es wichtig ist, eine ausreichende Datenlage zu generieren, mit der Aussagen zum Infektionsgeschehen möglich sind und die epidemiologische Relevanz von Kontakten bewerten zu können, um perspektivisch möglichst zielgenaue Quarantäne auszulösen. Durch die Einbindung von Testlaboren könnte darüber hinaus eine möglichst frühzeitige Warnung an kritische Kontakte von positiv getesteten Patienten erfolgen.“

Donnerstag, 23. April 2020

Trotz Corona-Risiko ins Wartezimmer?

KKH gibt Tipps zu Arztbesuchen während Covid-19-Pandemie

 

 


Um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen, heißt es in diesen Tagen Abstand halten und möglichst zu Hause bleiben. Doch wie sollen sich Patienten verhalten, wenn dringend ärztlicher Rat gefragt, ein lang erwarteter Termin beim Facharzt ansteht oder eine wichtige U-Untersuchung für den Nachwuchs fällig ist? Viele Menschen sorgen sich aktuell vor dem Besuch einer Arztpraxis, weil das Wartezimmer als mögliche Ansteckungsquelle gilt. Wer unsicher ist, sollte vorher telefonisch mit der Praxis Rücksprache halten.

Überfüllte Wartezimmer dürften erstmal der Vergangenheit angehören. Denn viele Menschen meiden inzwischen den Besuch beim Arzt. Außerdem gilt auch in den Wartezimmern, die Abstandsregelung von mindestens eineinhalb bis zwei Metern zu anderen Patienten zu wahren. Durch ein gutes Terminmanagement sollte es möglich sein, Patienten direkt ins Behandlungszimmer zu bitten und den Kontakt zu anderen zu minimieren. Einige Praxen sind außerdem zu sogenannten Auto-Wartezimmern übergegangen: Dabei sitzen die Patienten vor der Arztpraxis in ihrem Fahrzeug und werden per Anruf informiert, wenn das Sprechzimmer frei ist.

Tragen einer Schutzmaske wird in vielen Arztpraxen inzwischen empfohlen


In vielen Praxen gilt zudem aktuell die Regel, dass keine oder maximal eine Begleitperson mitgebracht werden darf. Das ist vor allem für Familien wichtig zu wissen. Auch das Tragen einer Schutzmaske wird in vielen Arztpraxen inzwischen empfohlen. Es gibt mancherorts Mediziner, die behandeln ihre Patienten nur noch, wenn diese mit Mund-Nasen-Schutz in die Praxis kommen. Denn auch die Arztpraxen haben selbstverständlich ein Interesse daran, ihre Patienten so sicher wie möglich zu versorgen. Angesichts der immer knapper werdenden Schutzausrüstung im ambulanten Bereich wird dies für viele Praxen aber immer schwieriger.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband haben sich deshalb auf zahlreiche Sonderregelungen geeinigt, um die Zahl der Arzt-Patientenkontakte zu minimieren. So können Ärzte ihren Patienten jetzt öfter Videosprechstunden anbieten, wenn sie diese für therapeutisch sinnvoll halten. Eine weitere Regelung betrifft die U-Untersuchungen von Kindern: Die fixen Intervalle für die U-Untersuchungen U6 bis U9 wurden aufgehoben. Die Früherkennungen können zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Die Regelung gilt bis Ende September. Einzig die Untersuchungen U1 bis U5 für Babys bis zum siebten Lebensmonat sind davon ausgenommen. Aus medizinischer Sicht sei es nicht sinnvoll, diese Früherkennungen, die in kurzen zeitlichen Abständen durchgeführt werden, zu verschieben.

Auch für chronisch Kranke in besonderen Behandlungsprogrammen wurden ursprüngliche Vorgaben gelockert: Allein für sogenannte „DMP-Programme“ müssen Patienten aktuell beim Arzt nicht vorstellig werden. Aber um die Gesundheitswerte regelmäßig zu überprüfen, kann für chronisch Kranke eine kontinuierliche medizinische Versorgung sinnvoll sein. Auch für Teilnehmer am Rehabilitationssport, deren Kurse wegen der aktuellen Zwangspause verlängert werden müssen, ist ein Arztbesuch nicht zwingend notwendig. Die Krankenkassen bewilligen die Maßnahmen aktuell unbürokratisch über den Zeitraum hinaus.

Sogar eine telefonische Krankschreibung ist in Krisenzeiten möglich: Wer wegen eines leichten Atemwegsinfektes oder eines Verdachtes auf das Corona-Virus arbeitsunfähig ist, soll laut aktuellem G-BA-Beschluss weiterhin telefonisch vom Arzt krankgeschrieben werden können. Ärzte dürfen diese AU-Bescheinigung allerdings nur noch für bis zu sieben Tage ausstellen. Wenn sich die Erkrankung noch nicht gebessert hat, ist aber eine Verlängerung um eine weitere Woche im Anschluss möglich. Die Ausnahmeregelung soll vorerst bis zum 4. Mai 2020 gelten. Ist ein Test auf das Corona-Virus notwendig, informiert der Arzt oder das Gesundheitsamt darüber, wo sich Patienten testen lassen können. Auch der ärztliche Bereitschaftsdienst erteilt unter der Rufnummer 116117 Auskunft über Testungsmöglichkeiten und Vorgehen bei einer möglichen Infizierung mit dem Virus.

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und Sonderregelungen gilt: Bei akuten Beschwerden sollten Patienten immer medizinischen Rat einholen – und sei es zunächst nur telefonisch. Denn wer zu lange mit einem Gesundheitsproblem wartet, riskiert eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes. Umsichtiges und frühzeitiges Handeln könnten dies verhindern.

Mittwoch, 22. April 2020

Studie zeigt: Großes Interesse der Deutschen an E-Health

Der Trend zur Digitalisierung in der Medizin ist nicht aufzuhalten


Baierbrunn (ots) - Gesundheits-Apps auf Rezept, elektronische Patientenakten, Arztgespräche per Video: Der Trend zur Digitalisierung in der Medizin ist nicht aufzuhalten. Und das Interesse der Deutschen an digitalen Gesundheitsdiensten ist groß, wie eine repräsentative Studie des Gesundheitsmagazins "Apotheken Umschau" zeigt.
Mehr als die Hälfte der Patienten (54 Prozent) möchte demnach die für 2021 geplante elektronische Patientenakte nutzen, um leichter den Überblick über die eigenen Gesundheitsdaten wie Arztbriefe oder Laborbefunde zu behalten. Insbesondere jüngere Patienten sind gegenüber digitalen E-Health-Lösungen aufgeschlossen, berichtet die "Apotheken Umschau" in ihrer aktuellen Ausgabe. So würden 59 Prozent der 14- bis 59-Jährigen gerne Gesundheits-Apps ausprobieren, wenn diese auf Rezept zu bekommen und damit kostenlos wären.

Viele Patienten haben Bedenken bezüglich Datensicherheit

Trotz der Aufgeschlossenheit gegenüber E-Health-Lösungen haben viele Menschen auch Angst vor Datenweitergabe an Unbefugte oder vor Hackerangriffen. Insbesondere die Befragten ab 60 Jahren befürchten, dass durch die elektronische Patientenakte Datenschutz und Datensicherheit auf der Strecke bleiben (64 Prozent).
Die aktuellen Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie, die unter anderem auch den persönlichen Besuch in der Arztpraxis erschweren, könnten ein zusätzlicher Treiber für digitale Gesundheitsdienste sein. Schon vor der Krise äußerten sich 52 Prozent der Befragten, dass sie gerne Videosprechstunden besuchen würden, wenn sie dadurch nicht so lange auf einen Termin warten müssten.
Die Studie der "Apotheken Umschau" wurde von Ipsos Operations GmbH durchgeführt. Dabei wurden 1.000 Frauen und Männern ab 14 Jahren befragt (Erhebungszeitraum: 17. Januar bis 24. Februar 2020). 
Quelle: Das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau". Ausgabe 4/2020 B liegt aktuell in den meisten Apotheken aus.

Sonntag, 19. April 2020

So viel Schutz muss sein

Welche Impfungen in welchem Alter sinnvoll sind


Foto: djd/GlaxoSmithKline/Shutterstock/Liderina


Bei älteren Menschen wird das Immunsystem schwächer. Senioren sollten deshalb gut auf ihren Impfschutz achten, etwa gegen Pneumokokken, Grippe, Gürtelrose und Keuchhusten.

(djd). Seit dem 1. März 2020 gilt in Deutschland eine Impfpflicht gegen Masern. Ohne nachgewiesenen Schutz dürfen Kinder nicht mehr in die Kita oder Schule. Durch die neue Regelung sollen Impflücken geschlossen und der Schutz vor der gefährlichen Infektionskrankheit verbessert werden. 

Für andere Erkrankungen besteht nach wie vor keine Impfpflicht - obwohl auch hier laut Bundesgesundheitsministerium die Impfquoten teilweise zu niedrig sind und weiter abnehmen. Meist erhalten zwar Kinder noch die Grundimmunisierung, aber bei den Auffrischungen und im Erwachsenenalter herrscht oft Nachlässigkeit. Deshalb treten manche typischen Kinderkrankheiten wie Keuchhusten (Pertussis) heute überwiegend bei Erwachsenen auf.

Die STIKO empfiehlt


Doch gegen welche Krankheiten soll man sich wann impfen lassen? 

In Deutschland legt das die Ständige Impfkommission (STIKO) fest, ihre Empfehlungen finden sich etwa unter www.impfen.de. Danach sollen Kinder in den ersten 24 Monaten Grundimmunisierungen gegen Rotaviren, Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Hib, Kinderlähmung, Hepatitis B, Pneumokokken, Hirnhautentzündung, Masern, Mumps, Röteln und Windpocken erhalten. Im Schulalter stehen dann noch verschiedene Auffrischungen sowie eine Immunisierung gegen HPV auf dem Plan. 

Bei Erwachsenen zwischen 18 und 60 Jahren, die eine Grundimmunisierung erhalten haben, sollten gegen einige Krankheiten Auffrischimpfungen erfolgen, zum Beispiel alle zehn Jahre gegen Tetanus und Diphtherie. Vergessen wird hier leider oft die Keuchhusten-Impfung, die einmalig mit der nächsten fälligen Tetanus und Diphtherie-Impfung aufgefrischt werden sollte. Denn selbst bei durchgestandener Erkrankung hält der Schutz nicht ein Leben lang. 

Und Keuchhusten kennt keine Altersgrenzen, sondern ist in jeder Altersgruppe hochansteckend. Besonders gefährdet für schwere Verläufe sind Senioren und Säuglinge. Letztere können durch die Krankheit einen lebensbedrohlichen Atemstillstand erleiden. Gerade deshalb ist für Frauen im Familiengründungsalter und Kontaktpersonen von Babys die Auffrischimpfung sogar alle 10 Jahre empfohlen. Deshalb sollten gerade diese Personen auf ihren Impfschutz achten und bei der nächsten Tetanusimpfung Ihren Arzt auf den Keuchhustenschutz ansprechen.

Ab 60 mit Zusatzschutz


Da mit dem Alter das Immunsystem schwächer wird und die Anfälligkeit steigt, werden für Senioren ab 60 zusätzliche Impfungen empfohlen: Ein Standardschutz gegen Pneumokokken (Lungenentzündung), eine Grundimmunisierung gegen Gürtelrose (Herpes zoster) und die jährliche Grippeimpfung. Auch eine Auffrischimpfung gegen Keuchhusten kann sinnvoll sein.