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Dienstag, 27. Juni 2023

Anwendung und Lagerung von Medikamenten an hohe Temperaturen anpassen

Medikamente bei Hitze richtig lagern


 

Hitze kann auch die Wirkung von Medikamenten verändern – das muss bei der Anwendung berücksichtigt werden. Dies kann zum Beispiel bei blutdrucksenkenden Arzneimitteln, Entwässerungsmitteln, Schlafmitteln, Abführmitteln oder Medikamenten gegen Depressionen der Fall sein. Sie können den Flüssigkeitshaushalt und die Abkühlungsmechanismen des Körpers beeinflussen. „Bei Hitze ist möglicherweise eine Dosisanpassung erforderlich. Bitte ändern Sie Ihre Dosierung nicht selbst, sondern sprechen Sie bei Ihrem nächsten Termin mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber!“, rät Thomas Benkert, Präsident der Bundesapothekerkammer. Dies gilt auch für Menschen mit Diabetes.

Bei Hitze steigt die Durchblutung der Haut. Aus einem arzneimittelhaltigen Pflaster kann deshalb bei Hitze mehr Wirkstoff ins Blut abgeben abgegeben werden. Benkert: „Das kann gefährlich werden! Lassen Sie sich dazu in Ihrer Apotheke beraten.“

Einige Arzneimittel können die Haut lichtempfindlicher machen. Dadurch kommt es schneller zu Sonnenbrand, der wiederum die Entstehung von Hautkrebs begünstigt. Deshalb ist ein konsequenter Sonnenschutz im Sommer für betroffene Personen besonders wichtig.

Auch bei der Lagerung der Medikamente ist bei Hitze einiges zu beachten. Die meisten Arzneimittel sollen bei Raumtemperatur, das heißt bei 15 bis 25 Grad, gelagert werden. Bei einer Hitzewelle gelingt das am besten in einem kühlen Raum. Keinesfalls sollte man Medikamente im Auto liegen lassen, da sich der Innenraum bei hohen Außentemperaturen schnell stark aufheizt. Besser ist es, die Medikamente für den Transport in einer Kühlbox zu lagern. Dabei ist darauf zu achten, dass das Medikament die Kühlelemente nicht direkt berührt.  

Die Bundesapothekerkammer hat verschiedene Materialien zum Thema Hitzeschutz entwickelt: Neben einem Flyer zur Weitergabe an Patientinnen und Patienten gibt es Faktenblätter mit Verhaltenstipps und Hinweisen zur Lagerung von Medikamenten.

Montag, 19. Dezember 2022

Apothekerschaft kritisiert Vorstoß der Bundesärztekammer für Arzneimittel-Flohmärkte

"Absurde Idee!"

Tatjana Zambo, Präsidentin des LAV
Quelle/Copyright: © LAV
 

„Ein solcher Vorschlag ist fahrlässig, verantwortungslos und heilberuflich nicht zu vertreten! Ich bin wirklich absolut entsetzt!“ Mit diesen Worten kommentiert Tatjana Zambo, Präsidentin des Landesapothekerverbands Baden-Württemberg den Vorstoß des Präsidenten der Bundesärztekammer Klaus Reinhardt, der in der Online-Ausgabe des Tagespiegels am vergangenen Wochenende angesichts der anhaltenden Lieferengpässe bei Arzneimitteln für „Flohmärkte für Medikamente in der Nachbarschaft“ geworben hatte. Reinhardt hatte darüber hinaus angeregt, selbst abgelaufene Medikamente weiter zu benutzen.

Selbstverständlich sei die Situation der Lieferengpässe bei einem gleichzeitig hohen Krankenstand besorgniserregend, so Zambo. „Dass man allerdings auf so eine absurde Idee kommt, dass die Menschen nun die in den Haushalten gelagerte Medikamente ohne jedweden fachlichen Rat munter fröhlich miteinander tauschen sollen, grenzt schon fast an Absurdität. Das gilt umso mehr, wenn dieser Vorschlag von einem Arzt kommt und noch dazu von einer durch sein Amt so herausgestellten Persönlichkeit“, so Zambo weiter.

Auch für den Vorschlag Reinhardts, bereits seit mehreren Monaten abgelaufene Medikamente hier einzubeziehen, hat Zambo kein Verständnis. „Mit einer solchen Idee tritt der Präsident der Bundesärztekammer die wichtige Errungenschaft der Arzneimittelsicherheit und gleichzeitig das Patientenwohl mit Füßen!“ Ihr sei auch kein Fall bekannt, bei dem in Arztpraxen abgelaufene Medikamente im Sprechstundenbedarf eingesetzt würden. „Ich kann mir keine Ärztin und keinen Arzt vorstellen, der hier Kompromisse machen würde“, meint Zambo.

Zambo fordert die Bundesärztekammer und die weiteren ärztlichen Standesvertretungen auf, sich unverzüglich von diesen Vorschlägen zu distanzieren. „Es ist selbstverständlich, dass in der derzeitigen Situation in den Haushalten keine Medikamente gehortet werden sollten. Aber in die Beliebigkeit darf man die Medikation von kranken Menschen nicht setzen.“

Samstag, 18. Juni 2022

Wer die Einnahme von verordneten Medikamenten vergisst, kann seiner Gesundheit schaden

Tabletten nicht vergessen: So gelingt's!

 


Schon wieder vergessen, die Tabletten zu nehmen? Das Problem betrifft keinesfalls nur ältere Menschen. Im stressigen Alltag denkt man mitunter nicht an die Antibabypille oder Antibiotika. Bei einigen Krankheiten macht sich diese Unregelmäßigkeit nicht sofort bemerkbar, bei anderen recht schnell - mit oft schweren gesundheitlichen Folgen. "Wenn etwa jemand mit Parkinson die Medikamente nicht nimmt, dann geht es ihm ziemlich abrupt schlecht", sagt Professor Hans-Christoph Diener, Neurologe und Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN)in Essen, im Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau".

Erinnerungshilfen per App oder Wecker

Patienten, die ihre Medikamente nicht wie verordnet einnehmen, bezeichnet man im Fachjargon als nicht therapietreu. Dazu zählen etwa die Hälfte der Menschen mit chronischen Erkrankungen. Die korrekte Einnahme von Arzneien ist jedoch meist der wichtigste Teil eines mit ärztlichem Fachpersonal gemeinsam entwickelten Behandlungsplans.

Bei kurzen Therapien hilft ein Zettel am Badezimmerspiegel: "Tabletten nicht vergessen!" Bei langen Therapien ist diese Methode allerdings nicht ideal: Der Zettel wird irgendwann nicht mehr wahrgenommen. Erinnerungshilfen gibt es auch per App. Die handyfreie Variante ist der Tabletten-Wecker mit einem kleinen Fach für die Arzneien. Das Praktische: Klingelt der Wecker, sind die Tabletten griffbereit. Gut bewährt hat es sich auch, die Medikamente an einen Ort zu legen, den man morgens und abends beachtet. Die Kaffeemaschine eignet sich zum Beispiel morgens. Abends ist es etwa der Nachttisch.

Nachholen oder auslassen?

Vergessenes Medikament auslassen oder Einnahme nachholen? Pauschal lässt sich das nicht beantworten, es ist von Wirkstoff zu Wirkstoff anders. Besser vorab mit Ärztin oder Arzt besprechen, was dann zu tun ist.

Quelle: Das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau"
Ausgabe 6B/2022 ist aktuell in den meisten Apotheken erhältlich.

Dienstag, 7. Juni 2022

Apotheken machen sich bereit für E-Rezept

Digitalisierung im Gesundheitswesen 



In den kommenden Monaten löst das elektronische Rezept (E-Rezept) das bisherige rosa Papierrezept für alle Versicherten in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ab. Die bundesweite Einführung zum Jahresbeginn 2022 wurde zwar kurzfristig noch einmal verschoben, aber nach ausreichender technischer Testung soll das E-Rezept ab Herbst dieses Jahres für Millionen Patientinnen und Patienten Wirklichkeit werden. 

Die Apotheken bereiten sich intensiv auf diesen Meilenstein der Digitalisierung des Gesundheitswesens vor. Und das hat einen Grund: Nach dem Willen des Gesetzgebers müssen alle Apotheken ab September in der Lage sein, E-Rezepte annehmen zu können. Darauf weisen Landesapothekerkammer und Landesapothekerverband Baden-Württemberg anlässlich des Tags der Apotheke hin, der jedes Jahr am 7. Juni stattfindet.

Die Apotheken haben bereits flächendeckend die nötige Hardware – sogenannte Konnektoren und Lesegeräte sowie Institutionenkarten und Heilberufsausweise – angeschafft und eingerichtet. Zum sicheren Ausstellen von digitalen Impfzertifikaten haben sich die Apotheken voriges Jahr auch schon an die Telematik-Infrastruktur (TI) – das sichere Gesundheitsdatennetz – angeschlossen. Die kommenden Monate bis zum Start nutzen die Apotheken nun dazu, letzte Software-Anpassungen vorzunehmen und die Apotheken-Teams zu schulen.

So funktioniert das E-Rezept

Die Ärztin oder der Arzt erstellt die Verordnung elektronisch und legt sie geschützt auf einem zentralen und besonders gesicherten Server ab. 

Der Patient oder die Patientin bekommt – anders als bislang - nicht das eigentliche Rezept, sondern einen digitalen Schlüssel (E-Rezept-Token) ausgehändigt. Nur mit diesem Schlüssel kann jede Apotheke das digitale Originalrezept vom zentralen Server herunterladen und bearbeiten. 

Patientinnen und Patienten ohne Smartphone können sich den E-Rezept-Token in der Arztpraxis auf Papier ausdrucken lassen und mit in die Apotheke nehmen. 

Aber auch mit der kostenlosen App „Das E-Rezept“ der gematik kann man das E-Rezept verwalten. Voraussetzung dafür sind aber ein modernes Handy und eine elektronische Gesundheitskarte (eGK), die beide den kontaktlosen Datenaustausch über NFC (Near Field Communication) unterstützen. Zudem ist eine PIN von der Krankenkasse notwendig. 

Grundsätzlich gilt: E-Rezepte werden verschlüsselt transportiert und liegen auf einem geschützten Server in Deutschland, so dass sich niemand Sorgen um den Datenschutz machen muss. Fragen zum E-Rezept kann die Apotheke vor Ort beantworten.

Freitag, 4. Juni 2021

Umfrage zeigt: Patienten wissen wenig über E-Rezept

63 Prozent der Erwachsenen haben noch gar nichts vom E-Rezept gehört



Wenige Monate vor der flächendeckenden Einführung des elektronischen Rezepts im Januar 2022 wissen die Deutschen noch sehr wenig über den Nachfolger des rosa Papierrezepts. 63 Prozent der Erwachsenen haben noch gar nichts vom E-Rezept gehört. Wann es eingeführt wird, wissen sogar 95 Prozent nicht. Drei von vier Deutschen möchten ihre Medikamente auch weiterhin gerne persönlich in der Apotheke vor Ort abholen. Weitere 9 Prozent können sich vorstellen, ein E-Rezept an ihre Apotheke zu schicken und deren Botendienst für die Belieferung in Anspruch zu nehmen. Das ergab eine bevölkerungsrepräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts KANTAR im Auftrag der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände unter 1.000 Deutschen anlässlich des Tags der Apotheke am 7. Juni. Der Tag der Apotheke findet seit 1998 statt, um die Leistungen der Apotheken öffentlich darzustellen.

69 Prozent der Befragten sehen die Papiereinsparung als wichtigsten Vorteil des E-Rezepts. Andererseits befürchten 48 Prozent, dann keine ausreichende Beratung mehr in der Apotheke zu bekommen. „Wir sehen, dass die Menschen noch extrem wenig über die Einführung des E-Rezepts und seine Vorteile wissen. Da kommt in den nächsten Monaten sehr viel Aufklärungsarbeit auf uns zu. Wir müssen den Menschen die völlig unbegründete Furcht nehmen, Beratung und Versorgung würden mit dem E-Rezept schlechter werden. Das Gegenteil wird der Fall sein, weil Patienten ja noch einfacher mit ihrer Apotheke kommunizieren und noch schneller versorgt werden können“, sagt ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening zu den Umfrageergebnissen. 

Technisch seien die Apotheken bestens auf den Roll-Out des E-Rezeptes vorbereitet. „Schon jetzt sind neun von zehn Apotheken an die Telematikinfrastruktur angeschlossen und ‚E-Rezept-ready‘. Bis zum bundesweiten Pflichtbetrieb ab 1. Januar 2022 werden alle Betriebe soweit sein. Jede Apotheke vor Ort wird künftig mit der kostenlosen E-Rezept-App der gematik auch online ansprechbar sein. Das ist ein zusätzliches Angebot neben dem analogen, physischen Kontakt zur Apotheke. Egal ob digital oder analog, die Betreuung unserer Patienten wird immer eine ganz persönliche bleiben. Die Umfrage zeigt, dass die Menschen auch in Zukunft gerade auf diese persönliche Betreuung nicht verzichten wollen.“

Dienstag, 13. Oktober 2020

Aufgepasst: Gemeinsam Medikationsfehler vermeiden

Werden Arzneimittel nicht ordnungsgemäß eingenommen, kann es zu unerwünschten Wechsel- und Nebenwirkungen kommen 

 

 

Wer als Patientin oder Patient gleichzeitig mehrere Medikamente verordnet bekommen hat, sollte sich rund um die Einnahme in seiner Apotheke gut beraten lassen. Ein Medikationsplan, der durch die Apotheke unter anderem auch für den Bereich der Selbstmedikation ergänzt wurde, schafft zusätzliche Sicherheit. Denn nicht immer dürfen die verordneten Medikamente miteinander oder auch gemeinsam mit Arzneimitteln aus der Selbstmedikation eingenommen werden. Der Landesapothekerverband Baden-Württemberg weist darauf hin, dass Wechsel- und Nebenwirkungen die Folge sein können. Auch der Einnahmezeitpunkt von Arzneimitteln hat einen pharmakologischen Hintergrund und sollte beachtet werden, damit die Medikamente ihre volle Wirksamkeit entfalten können.

Werden Arzneimittel nicht ordnungsgemäß eingenommen, könne es zu unerwünschten Wechsel- und Nebenwirkungen kommen, sagt Friederike Habighorst-Klemm, Mitglied des Vorstandes des Landesapothekerverbandes Baden-Württemberg (LAV).
Pflanzliche Johanniskrautpräparate, die bei leichten Depressionen helfen können, vertragen sich beispielsweise nicht mit der Pille, so die Apothekerin. „Hier kann es passieren, dass die Verhütung nicht mehr verlässlich gewährleistet wird. Darum würde ich diese Kombination nicht empfehlen. Wenn eine Frau beides einnehmen muss, sollte dann zusätzlich mit Kondomen verhütet werden“, erklärt Friederike Habighorst-Klemm. Auch bei der Einnahme von bestimmten Antibiotika oder Mitteln gegen Pilzerkrankungen sollten sich Frauen, die die Pille nehmen, in der Apotheke beraten lassen beziehungsweise das gleich beim Arzt sagen, damit dieser entsprechende Alternativen verordnen kann.

Viele Antibiotika sollten nicht in zeitlicher Nähe zu Milchprodukten genommen werden. „Dabei zählt der Kaffee mit dem Schuss Milch am Morgen schon dazu. Der wird sehr häufig vergessen“, weiß Friederike Habighorst-Klemm. Das enthaltene Kalzium, welches manche Menschen auch als Nahrungsergänzungsmittel oder als Medikament einnehmen, vermindert die Wirksamkeit des Antibiotikums deutlich. Neben den Milchprodukten können auch kalzium- oder magnesiumreiche Mineralwässer mit dem Antibiotikum reagieren. Darum ist für die Tabletteneinnahme Leitungswasser immer am besten geeignet.

Ein weiteres wichtiges Beispiel betrifft Patientinnen und Patienten, die Acetylsalicylsäure, kurz ASS 100, zur Blutverdünnung einnehmen, erläutert Apothekerin Habighorst-Klemm. Wenn diese Person noch zusätzlich das Schmerzmittel Ibuprofen brauche, müsse auf den Einnahmeabstand geachtet werden. Das ASS100 muss mindestens eine halbe Stunde vor der Einnahme von Ibuprofen genommen werden. Wurde bereits Ibuprofen eingenommen, muss eine Pause von mindestens acht Stunden eingehalten werden, bevor das ASS 100 wieder geschluckt werden darf. Habighorst-Klemm: „Arzneimittel sind immer komplex und darum gilt uneingeschränkt der Satz, den jeder kennt: Zu Risiken oder Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.“