Freitag, 18. September 2026

Welt-Alzheimertag am 18. September 2026

Gemeinsam erinnern, verstehen und handeln



Heute findet der Welt-Alzheimertag statt. Der Aktionstag macht weltweit auf die Alzheimer-Krankheit und andere Formen von Demenz aufmerksam. Er erinnert daran, dass hinter jeder Diagnose ein Mensch mit einer eigenen Lebensgeschichte, persönlichen Wünschen und individuellen Fähigkeiten steht.

Demenz betrifft nicht nur die erkrankten Menschen selbst. Auch Angehörige, Freundinnen und Freunde sowie Pflege- und Betreuungskräfte stehen häufig vor großen Herausforderungen. Der Welt-Alzheimertag bietet deshalb eine wichtige Gelegenheit, Wissen zu teilen, Berührungsängste abzubauen und Unterstützung sichtbar zu machen.


Was ist Alzheimer?

Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Form einer Demenz. Im Verlauf der Erkrankung werden zunächst meist das Kurzzeitgedächtnis und die Orientierung beeinträchtigt. Später können auch Sprache, Alltagsfähigkeiten und die Fähigkeit zur selbstständigen Lebensführung betroffen sein.

Wichtig ist: Vergesslichkeit bedeutet nicht automatisch Alzheimer. Dennoch sollten Gedächtnisprobleme, die den Alltag deutlich beeinflussen, ärztlich abgeklärt werden. Eine frühe Diagnose kann dabei helfen, Behandlungsmöglichkeiten zu nutzen, die Zukunft zu planen und Unterstützung rechtzeitig zu organisieren.

Warum Aufklärung so wichtig ist

Viele Menschen verbinden Demenz noch immer ausschließlich mit Vergessen. Tatsächlich ist das Krankheitsbild sehr vielfältig. Menschen mit Demenz können weiterhin Freude empfinden, Beziehungen pflegen, Entscheidungen treffen und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.


Aufklärung hilft dabei,

- Vorurteile und Unsicherheiten abzubauen,
- erste Anzeichen besser einzuordnen,
- Betroffene respektvoll zu begleiten,
- Angehörige zu entlasten,
- und passende Beratungs- und Unterstützungsangebote zu finden.

Ein verständnisvoller Umgang beginnt oft mit kleinen Veränderungen: geduldig zuhören, ausreichend Zeit lassen, Blickkontakt halten und die betroffene Person ernst nehmen.


Angehörige brauchen Unterstützung

Für Familien kann die Betreuung eines Menschen mit Demenz emotional und organisatorisch belastend sein. Viele Angehörige übernehmen einen großen Teil der Pflege und fühlen sich dabei mitunter allein.


Umso wichtiger sind Angebote wie:

- Angehörigen- und Demenzberatungsstellen,
- Selbsthilfegruppen,
- ambulante Pflegedienste,
- Tagespflege und Betreuungsgruppen,
- Pflegekurse,
- Entlastungsangebote und Kurzzeitpflege.

Unterstützung anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche. Sie kann dazu beitragen, die eigene Gesundheit zu schützen und die gemeinsame Zeit mit dem erkrankten Menschen bewusster zu gestalten.


Mitmachen am Welt-Alzheimertag 2026

Rund um den Welt-Alzheimertag finden vielerorts Informationsveranstaltungen, Vorträge, Gesprächsrunden, Gottesdienste, Lesungen und Begegnungsangebote statt. Interessierte können sich bei örtlichen Alzheimer-Gesellschaften, Pflegeeinrichtungen, Wohlfahrtsverbänden oder kommunalen Beratungsstellen über Veranstaltungen informieren.


Auch im persönlichen Umfeld kann jede und jeder etwas beitragen:

1. **Informieren:** Seriöse Informationen über Demenz lesen und weitergeben.
2. **Zuhören:** Angehörigen Raum für Sorgen und Erfahrungen geben.
3. **Begegnen:** Menschen mit Demenz weiterhin selbstverständlich einbeziehen.
4. **Unterstützen:** Hilfe im Alltag anbieten – etwa beim Einkauf oder bei Behördengängen.
5. **Sich engagieren:** Eine Veranstaltung besuchen oder sich ehrenamtlich einbringen.

Eine Gesellschaft für alle

Der Welt-Alzheimertag macht deutlich: Demenz geht die gesamte Gesellschaft an. Eine demenzfreundliche Umgebung zeichnet sich durch Verständnis, Geduld und Barrierefreiheit aus. Dazu gehören gut erkennbare Orientierungshilfen, hilfsbereite Ansprechpersonen und öffentliche Räume, in denen sich Menschen sicher und willkommen fühlen.

Am 18. September 2026 sollten wir deshalb nicht nur über Alzheimer sprechen, sondern auch darüber, wie wir im Alltag mehr Teilhabe ermöglichen können. Jeder respektvolle Kontakt, jedes offene Gespräch und jede praktische Unterstützung kann einen Unterschied machen.

Dienstag, 30. Juni 2026

Umgang mit Medikamenten bei extremer Hitze


Wichtige Tipps für Ihre Gesundheit

Der Sommer bringt nicht nur Sonne und gute Laune, sondern auch oft extreme Hitze mit sich. Besonders bei Temperaturen über 30 Grad Celsius ist es wichtig, auf den eigenen Körper zu achten – vor allem, wenn man regelmäßig Medikamente einnimmt. Hitze kann die Wirkung von Arzneimitteln beeinflussen oder sogar ihre Stabilität gefährden. In diesem Blogbeitrag erfahren Sie, worauf Sie beim Umgang mit Medikamenten in heißen Zeiten achten sollten.


1. Medikamente richtig lagern

Viele Medikamente müssen kühl und trocken gelagert werden. Extreme Hitze kann sowohl Tabletten als auch flüssige Arzneimittel verändern und damit ihre Wirksamkeit vermindern. Achten Sie darauf, Medikamente nicht in der prallen Sonne, im Auto oder in unmittelbarer Nähe von Heizquellen aufzubewahren. Verwenden Sie idealerweise einen kühlen, dunklen Ort oder spezielle Medizinkühltaschen, wenn Sie unterwegs sind.


2. Wechselwirkungen zwischen Hitze und Medikamenten

Bestimmte Wirkstoffe können die Hitzetoleranz des Körpers beeinträchtigen. Dazu gehören beispielsweise:


- Diuretika (Entwässerungstabletten): Erhöhen das Risiko für Dehydrierung.
- Antihypertensiva (Blutdrucksenker): Können bei Hitze den Blutdruck zu stark senken und Schwindel verursachen.
- Psychopharmaka: Beeinflussen die Temperaturregulation.
- Antibiotika und Schmerzmittel: Können die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen.

Informieren Sie sich stets in der Packungsbeilage und sprechen Sie bei Unsicherheiten mit Ihrem Arzt oder Apotheker.


3. Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten

Bei heißem Wetter verliert der Körper durch Schwitzen viel Wasser und wichtige Mineralien. Wenn Sie Medikamente einnehmen, die entwässernd wirken oder den Elektrolythaushalt beeinflussen, ist es besonders wichtig, ausreichend zu trinken. Allerdings sollten manche Medikamente nicht unbedingt zusammen mit großen Mengen Flüssigkeit eingenommen werden – hier ist auf die Hinweise Ihres Fachpersonals zu achten.

4. Symptome im Blick behalten

Hitzebedingte Probleme können sich in Form von Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Muskelkrämpfen oder allgemeiner Schwäche zeigen. Wenn Sie diese Symptome bemerken und Medikamente einnehmen, die Einfluss auf Kreislauf oder Wasserhaushalt haben, suchen Sie umgehend ärztlichen Rat.


5. Arzneimittelplan überprüfen

In der Hitzephase lohnt es sich, den Medikamentenplan unter Berücksichtigung der äußeren Bedingungen mit dem Arzt durchzugehen. Möglicherweise muss die Dosierung angepasst oder das Einnahmeschema geändert werden, um unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden.


Fazit: 

Extreme Hitze stellt eine Herausforderung für die sichere Anwendung von Medikamenten dar. Eine richtige Lagerung, bewusste Flüssigkeitszufuhr und die enge Absprache mit dem medizinischen Fachpersonal helfen dabei, gesundheitliche Risiken zu minimieren. Bleiben Sie aufmerksam und schützen Sie sich und Ihre Gesundheit auch an heißen Tagen!

Bleiben Sie gesund und genießen Sie den Sommer – aber denken Sie daran: Bei Medikamenten heißt es auch bei Hitze „Sicherheit geht vor“.

Donnerstag, 19. März 2026

forsa-Umfrage: Große Zufriedenheit mit hausärztlicher Versorgung

Wartezeit und Erreichbarkeit weiter in der Kritik

 


Trotz zunehmender Engpässe in der hausärztlichen Versorgung bleibt das Vertrauen der Bevölkerung in die Hausärztinnen und Hausärzte hoch: 91 Prozent der Patientinnen und Patienten sind laut einer aktuellen, repräsentativen forsa-Umfrage im Auftrag der hkk Krankenkasse mit der medizinischen Betreuung in ihrer Hausarztpraxis sehr oder eher zufrieden. Besonders gelobt werden Kommunikation (93 Prozent) und Behandlungsqualität (90 Prozent).

„Hausärztinnen und Hausärzte sind das Rückgrat unseres Gesundheitssystems“, sagt Dr. Cornelius Erbe, Leiter des hkk-Versorgungsmanagements. „Die hohe Zufriedenheit zeigt, wie sehr diese persönliche, wohnortnahe Betreuung geschätzt wird – aber auch, dass sie gestärkt werden muss, damit sie den Herausforderungen der Zukunft standhält.“ Die ambulante Gesundheitsversorgung in Deutschland steht vor großen Herausforderungen: knappe personelle und finanzielle Ressourcen, teilweise lange Wartezeiten und der demografische Wandel, der diese Entwicklung weiter verstärken wird. Eine Neustrukturierung der Versorgungspfade ist daher dringend nötig. 

Reformdruck wächst: Bevölkerung erwartet Strukturwandel in der Primärversorgung

Ein einheitliches digitales Ersteinschätzungsverfahren zur Klärung des Behandlungsbedarfs und zur Steuerung zur passenden Anlaufstelle, eine elektronische Überweisung sowie eine Terminplattform der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zur bedarfsgerechten und zeitnahen Terminvergabe sind zentrale Bausteine für eine bessere Steuerung der Versorgung. „Die Menschen stehen solchen Reformideen grundsätzlich offen gegenüber“, sagt Erbe. So halten 88 Prozent der Befragten eine elektronische Überweisung mit digitaler Datenübermittlung für sinnvoll, um Mehrfachuntersuchungen zu vermeiden und die Behandlungsqualität zu erhöhen. 70 Prozent wünschen sich eine zentrale Terminvermittlungsplattform, die Termine nach Dringlichkeit vergibt, und mehr als die Hälfte (53 Prozent) unterstützt ein Primärarztmodell mit koordinierender Funktion, wie die Überweisung zum Facharzt. Ebenso viele finden ein Ersteinschätzungsverfahren sinnvoll, bei dem vorab (digital, telefonisch oder persönlich) geklärt wird, welche Anlaufstelle die richtige ist. 

Erreichbarkeit und Wartezeiten weiter in der Kritik

Die große Mehrheit der Befragten (95 Prozent) verfügt über eine feste Hausarztpraxis, an die sie sich im Krankheitsfall oder anderen gesundheitlichen Problemen wenden können. In den vergangenen zwölf Monaten suchten 37 Prozent der Befragten ihre Hausarztpraxis ein- bis zweimal auf, 31 Prozent  drei- bis viermal und 18 Prozent fünfmal oder häufiger. 8 Prozent der Befragten waren im selben Zeitraum überhaupt nicht in ihrer Hausarztpraxis. 

Während Kommunikation und Behandlung fast durchweg positiv bewertet werden, zeigen sich bei der Organisation der Praxen Schwachstellen: Rund ein Fünftel der Befragten (21 Prozent) kritisiert Wartezeiten, ähnlich viele (22 Prozent) die Erreichbarkeit. Erbe: „Die hkk unterstützt alle Maßnahmen, die eine effiziente Terminvergabe fördern, parallele Strukturen vermeiden und die Versorgungskoordination stärken – damit Patientinnen und Patienten zielgerichtet, koordiniert und bedarfsgerecht betreut werden.“

Bevölkerung lehnt Gebührenmodelle ab

Deutlich wird auch, dass finanzielle Steuerungsinstrumente wenig Zustimmung finden: 80 Prozent sprechen sich gegen eine Wiedereinführung der Praxisgebühr aus, 82 Prozent lehnen eine Kontaktgebühr pro Arztbesuch ab. Stattdessen setzen die Befragten auf intelligente Koordination und digitale Vernetzung als Schlüssel für eine bedarfsgerechte Primärversorgung.

Hintergrund

Die Umfrage „Zufriedenheit mit der hausärztlichen Versorgung“ wurde von forsa im Auftrag der hkk Krankenkasse vom 20. bis 26. Februar 2026 erhoben. Befragt wurden 1.000 Personen ab 18 Jahren in Deutschland. Die statistische Fehlertoleranz beträgt ± 3 Prozentpunkte. Link zur Studie: hkk Gesundheitsreport - hkk