Donnerstag, 15. September 2022

VdK-Präsidentin: „Pflegende Angehörige werden noch immer vergessen“

Kaufkraft des Pflegegeldes ist enorm gesunken

Verena Bentele
© VdK / Marlene Gawrisch

Die Ampel-Koalition hat im Koalitionsvertrag angekündigt, 2022 endlich das Pflegegeld zu erhöhen. Doch bislang gibt es dafür keine konkreten Pläne. Leidtragende sind neben den Pflegebedürftigen vor allem pflegende Angehörige, die auch beim dritten Entlastungspaket wieder leer ausgegangen sind. Dazu sagt VdK-Präsidentin Verena Bentele:

„Wir fordern den Bundesgesundheitsminister auf, endlich die Situation pflegender Angehöriger zu verbessern. Seit fünf Jahren warten Pflegebedürftige und ihre Angehörigen auf die versprochene Erhöhung des Pflegegeldes. Nicht zuletzt wegen der hohen Inflationsrate hat dieses enorm an Kaufkraft verloren.

Gleichzeitig wurden im dritten Entlastungspaket erneut pflegende Angehörige, die nicht mehr arbeiten, aber auch noch nicht in Rente sind, vergessen. Sie bekommen keine Energiepreispauschale. Pflegende Angehörige brauchen dringend spürbare Entlastungen. Die Ampel-Koalition muss nun schnellstmöglich ihr Versprechen einlösen und das Pflegegeld noch in diesem Jahr deutlich erhöhen.“

Dienstag, 6. September 2022

Schnelle Hilfe für alle Leistungserbringer

Neue BARMER-Hotline

0800 333 06 06

Die Barmer erweitert ihren Service für die Leistungserbringer im Gesundheitswesen. Ab sofort können sich zum Beispiel Arztpraxen, Apotheken, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen bei sämtlichen Fragen, die die Zusammenarbeit mit der Kasse betreffen, an eine spezielle Hotline wenden. „Die Barmer will mit ihrer neuen Hotline Leistungserbringern schnell und unbürokratisch weiterhelfen, wenn sie ein Anliegen haben. Damit bleibt ihnen mehr Zeit für ihre eigentliche Aufgabe, nämlich die Versorgung der Patientinnen und Patienten, und das ist uns allen besonders wichtig“, sagt Prof. Dr. med. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer.

Wenn es zum Beispiel leistungsrechtliche Fragen gebe, können sich Leistungserbringer schnell und unkompliziert an die kostenfreie Hotline der Kasse wenden. Damit komme die Barmer der Erwartung nach, Lösungen für Anliegen direkt und ohne lange Wartezeiten zu erhalten. Die Hotline ist von Montag bis Freitag zwischen 7 Uhr und 20 Uhr unter 0800 333 06 06 erreichbar. Für eine noch schnellere und gezieltere Beratung werden die Leistungserbringer gebeten, ihr Institutionskennzeichen oder ihre lebenslange Arztnummer bereit zu halten.

Donnerstag, 28. Juli 2022

Aggressives Verhalten: Tipps zum Umgang mit Alzheimer-Patientinnen und -Patienten

Tipps und Anregungen für pflegende Angehörige

 


Der Umgang mit Alzheimer-Patientinnen und -Patienten ist für Angehörige oft schwierig. Durch das nachlassende Gedächtnis, die zunehmende Orientierungslosigkeit und die damit oft einhergehende Angst und Unsicherheit, zeigen Erkrankte häufig Verhaltensweisen, die sehr herausfordernd für Angehörige sein können. Besonders schwierig ist für viele der Umgang mit Aggressionen, die manche Erkrankte zeigen. Die gemeinnützige Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) bietet Tipps und Anregungen für den Umgang mit aggressivem Verhalten bei Alzheimer.

Mögliche Auslöser

Es kann unterschiedliche Ursachen haben, warum Alzheimer-Erkrankte aggressiv reagieren. Patientinnen und Patienten leben mehr und mehr in ihrer eigenen Realität. Sie verstehen gewohnte Abläufe nicht mehr und können das Handeln ihrer Mitmenschen immer weniger nachvollziehen. Das kann zu Angst und Unsicherheit und in der Folge auch zu Wutanfällen und Aggressionen führen. Auch das Gefühl von Abhängigkeit und Hilflosigkeit kann aggressives Verhalten auslösen. Alzheimer-Patientinnen und Patienten können sich von Angehörigen oder pflegenden Personen bedrängt fühlen, weil sie eine Situation als ungewohnt oder bedrohlich wahrnehmen. Auslöser für plötzliche Angst oder Wut können auch fremde Menschen, laute Geräusche oder zu viel Licht sein.

Verhalten nicht persönlich nehmen

Versuchen Sie, sich zu vergegenwärtigen, dass das Verhalten des Erkrankten nicht gegen Sie persönlich gerichtet ist, sondern durch die Erkrankung bedingt ist. Im oft stressigen Pflegealltag ist das sicherlich nicht immer einfach. Wenn Sie merken, dass eine Situation zu herausfordernd ist, nehmen Sie sich die Zeit, das Zimmer kurz zu verlassen, um tief durchzuatmen und sich wieder zu sammeln.

Alltag strukturieren und Orientierung bieten

Um Überforderungsmomente zu vermeiden, sollten Sie den Alltag des Patienten oder der Patientin so einfach wie möglich gestalten. Bieten Sie Orientierung und Sicherheit, indem Sie Alltagsroutinen beibehalten, die Wohnungseinrichtung nicht verändern und Gegenstände am gewohnten Platz belassen. Kündigen Sie Termine wie Besuche einer ärztlichen Praxis mit genügend Vorbereitungszeit an. Äußere Auslöser wie grelles Licht, bestimmte Personen oder zu viel Lärm sollten nach Möglichkeit reduziert werden. 

Auf Gedankenwelt des Erkrankten einlassen

Durch eine wertschätzende und einfühlsame Haltung können Aggressionen vermindert werden. Wichtig ist, sich auf die Gedankenwelt und Realität des oder der Erkrankten einzulassen. Versuchen Sie herausfinden, welcher Auslöser die Aggression hervorruft und stellen Sie diesen nach Möglichkeit ab. Vermeiden Sie Zurechtweisungen oder Richtigstellungen, denn sie führen zu nichts und können den Patienten oder die Patientin zusätzlich verunsichern oder verärgern.

Auf eine einfache Kommunikation achten

Damit sich der Patient oder die Patientin wahrgenommen und verstanden fühlt, ist es wichtig angemessen mit ihm oder ihr zu kommunizieren. Das erfordert vor allem Ruhe und Geduld. Achten Sie darauf, langsam, deutlich und in kurzen Sätzen zu sprechen. Gesten und eine deutliche Körpersprache können beim Verständnis helfen. Nutzen Sie Fragen, die mit „ja“ oder „nein“ beantwortet werden können. Wechseln Sie das Thema, wenn die erkrankte Person bei einem Gespräch nicht folgen kann oder das Thema Irritationen hervorruft. Wenn im späten Krankheitsstadium Kognition und Sprachfähigkeit immer mehr nachlassen, werden Blick- und Körperkontakt immer wichtiger.