Donnerstag, 9. April 2020

Vorsicht vor winzigen Blutsaugern - auch in Corona-Zeiten!

Zecken übertragen FSME und Borreliose - 43 Prozent haben Angst vor exotischen Arten

 

 

Die Natur ist in der Corona-Krise für viele ein idealer Zufluchtsort – man bewegt sich an der frischen Luft und kann anderen Menschen besser aus dem Weg gehen als in engen Straßen und Gassen. Doch auch in Wiesen und Wäldern ist Vorsicht geboten, denn mit steigenden Temperaturen beginnt auch die Hochsaison der Zecken. Stechen die winzigen Blutsauger zu, können sie gefährliche Krankheiten wie Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Lyme-Borreliose übertragen. Laut Robert Koch-Institut (RKI) sind deutschlandweit je nach Region bis zu 30 Prozent der heimischen Zecken wie der Gemeine Holzbock Träger sogenannter Borrelien. Das Risiko für eine FSME-Infektion besteht dagegen vor allem in Bayern und Baden-Württemberg, Südhessen, im südöstlichen Thüringen und in Sachsen.

Wie eine Forsa-Umfrage der KKH Kaufmännische Krankenkasse zeigt, haben aber auch tropische Arten wie die Hyalomma-Zecke Angstpotenzial: Fast jeder zweite Deutsche (43 Prozent) fürchtet sich vor der Übertragung gefährlicher Krankheiten durch derartige Exoten. Experten schätzen das Risiko allerdings als gering ein, denn die Hyalomma-Zecke wurde hierzulande bisher nur vereinzelt nachgewiesen. Deutlich wahrscheinlicher ist es, durch heimische Arten an Lyme-Borreliose und FSME zu erkranken. Das Tückische: Gegen Borreliose gibt es keinen Impfstoff. Zur Vorbeugung helfen nur lange Kleidung und Zeckenschutzmittel. Wer dennoch von einer Zecke gestochen wird und einige Tage bis Wochen danach rund um die Einstichstelle eine ringförmige Rötung beobachtet, sich außerdem abgeschlagen fühlt, Fieber und Kopfschmerzen bekommt, sollte einen Arzt aufsuchen. Da eine Borreliose durch Bakterien übertragen wird, lässt sie sich vor allem im Frühstadium gut antibiotisch behandeln.

Gegen eine FSME, die durch einen Virus übertragen wird und zu einer Hirnhautentzündung führen kann, bietet eine gut verträgliche Impfung den einzigen Schutz. Die Impfquote bei KKH-Versicherten lag zuletzt bei rund 2,6 Prozent (2018). Ein großer Anteil der Erkrankungen könnte aber durch eine Steigerung der Impfquoten insbesondere in den Risikogebieten verhindert werden. In der Regel sind drei Impfungen notwendig, um den vollen Schutz zu erreichen. Dieser hält dann mindestens drei Jahre an. Eine Impfung ist vor Beginn der Saison besonders sinnvoll, aber das ganze Jahr über möglich.

Wer von einer Zecke gestochen wird, sollte in jedem Fall Ruhe bewahren, denn längst nicht jedes Tier trägt gefährliche Erreger in sich. Die KKH rät außerdem, folgende Irrtümer zu beachten:


Zecken lassen sich von Bäumen fallen


Falsch! Zecken lauern auf Gräsern, Zweigen von Sträuchern oder auch im Unterholz auf Wirte. Gehen Menschen oder Tiere vorbei, lassen sich die Spinnentiere abstreifen.


Zecken sind nur im Sommer aktiv


Stimmt nicht! Bereits ab etwa sieben Grad Celsius ist mit den Blutsaugern zu rechnen.


Zecken mit Klebstoff oder Öl entfernen

 

Auf keinen Fall! Dies reizt das Tier unnötig und kann dazu führen, dass es seinen Speichel und somit möglicherweise auch Erreger in die Wunde abgibt. Stattdessen die Zecke mit einer Pinzette oder Zeckenkarte dicht an der Haut greifen (niemals am vollgesogenen Körper), nicht quetschen und behutsam herausziehen (nicht drehen). Anschließend die Wunde desinfizieren. Wer unsicher ist, ob die Zecke komplett entfernt ist, sollte zum Arzt gehen.

Sonntag, 29. März 2020

Corona-Pandemie: Warnung vor angeblichen Medikamenten gegen Covid-19

Die BARMER warnt eindringlich davor, auf diese Versprechen hereinzufallen und die angebotene Ware zu kaufen




In der Corona-Krise werben diverse Internetseiten mit vermeintlichen Arzneimitteln, die Infizierten Heilung versprechen. Die BARMER warnt eindringlich davor, auf diese Versprechen hereinzufallen und die angebotene Ware zu kaufen. „Es gibt noch keine zugelassenen Arzneimittel zur Behandlung von Covid-19. Erste Medikamente befinden sich bisher im Versuchsstadium. 

Bei den Internetangeboten handelt es sich um Produkte, die keinen wissenschaftlich erwiesenen Nutzen gegen Covid-19 haben“, sagt Heidi Günther, Apothekerin bei der BARMER. Schlimmstenfalls könnten solche Mittel sogar schädlich sein, indem sie zum Beispiel unerwünschte Wechselwirkungen mit zugleich eingenommenen Arzneimitteln hervorriefen. 

Bei einer Covid-19-Erkrankung stünden bisher nur Arzneimittel zur Behandlung der Symptome wie Fieber und Husten zur Verfügung. Daher habe auch die Europäische Arzneimittel-Agentur unlängst vor Internetseiten mit vermeintlichen Medikamenten gegen das Coronavirus gewarnt.

Nahrungsergänzungsmittel beugen Infektion nicht vor


Vorsicht sei auch bei Internetanbietern geboten, die für Nahrungsergänzungsmittel mit falschen Versprechungen werben. „Es gibt keine Nahrungsergänzungsmittel, die eine Infektion mit dem Coronavirus verhindern oder sogar heilen können“, sagt Günther. 

Laut Rechtsprechung dürften diese Zusatzmittel generell keine Angaben enthalten, die auf eine Vorbeugung, Behandlung oder Heilung einer Krankheit hindeuteten. 

Ohnehin seien die meisten Präparate wirkungslos, wenn man sich ausgewogen ernähre und damit keinen Nährstoffmangel habe. Bei Vorerkrankungen, zu hoher Dosierung oder bei Wechselwirkungen mit Medikamenten könnten Nahrungsergänzungsmittel mitunter sogar schaden.

Dienstag, 24. März 2020

Kabinett beschließt Entwürfe für Gesetzespakete zur Unterstützung des Gesundheitswesens bei der Bewältigung der Corona-Epidemie

Bundesgesundheitsminister Spahn: „Gesundheitswesen stützen, damit es noch besser schützen kann“


Um das Gesundheitswesen und die Pflege bei der Bewältigung der Corona-Epidemie zu unterstützen, hat das Kabinett heute zwei von Bundesgesundheitsminister Spahn vorgelegte Formulierungshilfen für Gesetzentwürfe beschlossen. 

Mit dem „COVID19-Krankenhausentlastungsgesetz“ werden die wirtschaftlichen Folgen für Krankenhäuser und Vertragsärzte aufgefangen. Mit dem "Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite" wird die Reaktionsfähigkeit auf Epidemien verbessert. 


© BMG | Bundesgesundheitsminister Jens Spahn
 
Ärzte, Pflegekräfte – alle, die im Gesundheitswesen arbeiten, brauchen gerade jetzt unsere volle Unterstützung. Deswegen kompensieren wir Einnahmeausfälle, bauen Bürokratie ab und setzen Sanktionen aus. Und wir sorgen dafür, dass wir schneller in epidemischen Lagen reagieren können. Wir bündeln Kompetenzen, so dass wir künftig in einer Lage wie dieser binnen Stunden für Ärzte, Pflegekräfte, Apotheker und alle anderen, die weit über das normale Maß anpacken, Bürokratie wegnehmen, Regeln anpassen, Vergütungen erhöhen."


Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

Formulierungshilfe für einen „Gesetzentwurf zum Ausgleich COVID-19 bedingter finanzieller Belastungen der Krankenhäuser und weiterer Gesundheitseinrichtungen“ (COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz)

 

Die Bundesregierung unterstützt Krankenhäuser, Vertragsärzte und Pflege, um die Auswirkungen der Corona-Epidemie schultern zu können. Krankenhäuser werden unterstützt, um die Versorgungskapazitäten für eine wachsende Anzahl von Patienten mit einer Coronavirus-Infektion bereitzustellen. Ebenfalls abgefedert werden Honorareinbußen der niedergelassenen Ärzte. Auch Pflegeeinrichtungen sollen befristet von Bürokratie entlastet und ebenfalls finanziell unterstützt werden.