Montag, 31. Mai 2021

Pflegeheimen drohen noch in diesem Jahr wirtschaftliche Schieflage und Insolvenz

bpa warnt vor drastischer Reduzierung bei der Refinanzierung der Mieten durch das Land NRW 




Während Pflegeeinrichtungen weiterhin gegen die Auswirkungen der Pandemie kämpfen, drohen in der nordrhein-westfälischen Pflege kurzfristig wirtschaftliche Schieflagen bis hin zu Insolvenzen. Davor warnt der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa). „Viele Betreiber von gemieteten Pflegeimmobilien wissen schon in wenigen Wochen nicht mehr, wie sie ihre Miete bezahlen sollen“, sagte der bpa-Landesvorsitzende Christof Beckmann.

Zum 1.7.2021 wird die Refinanzierung der Investitionskosten in NRW zum Teil drastisch gekürzt und es entstehen in den Pflegeeinrichtungen Finanzierungslücken von bis zu mehreren hunderttausend Euro im Jahr. „Gleichzeitig befinden sich die Betreiber von Pflegeheimen jedoch in langfristig abgeschlossenen Mietvertragsverhältnissen und die Vermieter erwarten ihre vertraglich vereinbarten Mietzahlungen – und zwar in voller Höhe“, erklärt Beckmann. „Das ist ein untragbarer Zustand, auf den wir bereits seit längerer Zeit hinweisen. Wir fordern nach wie vor eine angemessene und vor allem wirtschaftlich tragfähige Übergangszeit und Vertrauensschutzregelung.“

Nach Zahlen des bpa sind mehr als 1.000 der insgesamt 2.300 Pflegeheime in Nordrhein-Westfalen angemietet und stehen nun vor erheblichen wirtschaftlichen Schieflagen bis hin zum Insolvenzrisiko.

„Die schwarz-gelbe Landesregierung will Kosten in zweistelliger Millionenhöhe in der Pflege einsparen. Dafür gefährdet sie Existenzen und geht das Risiko ein, viele tausend so dringend benötigte vollstationäre Pflegeplätze in NRW dauerhaft zu verlieren“, kritisiert der bpa-Landesvorsitzende. „Das ist völlig unverständlich, vor allem, da uns doch die Pandemie in den zurückliegenden 15 Monaten mehr als eindrucksvoll aufgezeigt hat, welche große Bedeutung leistungsfähigen Pflegeeinrichtungen in unserer Gesellschaft zukommt. Diese Krise wurde zuallererst und mit herausragendem Einsatz der Verantwortlichen und Mitarbeitenden vor Ort bewältigt – nicht auf der Regierungsbank und im Plenarsaal des Landtags.“

Beckmann erwartet von der Politik, dass sie diesen gefährlichen Kurs der Kosteneinsparung in der Pflege aufgibt und stattdessen die Pflegeanbieter stärkt und vor allem nicht in existenzielle Notlagen bringt. „Der Vertrauensschutz für die gemieteten Pflegeheime muss gelten, in jedem Fall aber muss eine angemessene Übergangszeit geschaffen werden.“ Der bpa schlägt eine Übergangszeit von 15 Jahren vor, ähnlich wie bei der Einführung der Einzelzimmerquote in NRW. Dann könnten sich die Beteiligten auf die weitreichenden Änderungen einstellen und die notwendigen Maßnahmen einleiten.

Freitag, 28. Mai 2021

Neue Studie: Corona-Masken helfen auch bei Allergien

Masken bieten Allergikerinnen und Allergikern mehr Lebensqualität


FFP2- und OP-Masken helfen nicht nur beim Schutz vor Covid-19 sondern auch bei Allergien. Das zeigt eine neue Studie der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse (TK). Bei der Studie wurden Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit einer Gräserpollen-Allergie unter kontrollierten Bedingungen ihren Allergenen ausgesetzt. Dabei wurden sowohl subjektive allergische Symptome der Nase, der Bronchien und der Augen als auch messbare Allergiesymptome erfasst. Während die Exposition mit Gräserpollen bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ohne Maske starke Symptome auslöste, waren die Symptome sowohl beim Tragen einer FFP2-Maske als auch beim Tragen einer sogenannten medizinischen Maske auf ein Drittel reduziert, teilen ECARF und TK mit. Die Studie zeige, dass Masken Menschen mit Heuschnupfen sehr wirksam schützten.

Masken bieten Allergikerinnen und Allergikern mehr Lebensqualität

Prof. Dr. med. Karl-Christian Bergmann, Vorsitzender der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst in Berlin und Studienarzt bei ECARF, erklärt: "FFP2-Masken und medizinische Masken können Allergiesymptome während einer Pollensaison deutlich reduzieren. Insbesondere die Beschwerden an der Nase und die Produktion von Nasensekret gehen zurück. Die Masken lindern die allergischen Symptome so stark, dass das allgemeine Wohlbefinden nur noch gering gestört ist. Dadurch erhalten Menschen mit Allergien ein Stück Lebensqualität zurück."

Derzeit belasten Birkenpollen - gut vorbereitet leiden Betroffene weniger

Laut Bergmann leiden Allergikerinnen und Allergiker derzeit vor allem unter Birkenpollen in der Luft. Sie machten rund 40 Prozent der 12 Millionen erwachsenen Allergikerinnen und Allergiker zu schaffen, führen zu Niesattacken, laufender Nase und Augenjucken. "Wer weiß, wann 'seine' Pollen fliegen, kann sich besser auf die Situation einstellen und bei Bedarf zum richtigen Zeitpunkt die passenden Medikamente nehmen - und gegebenenfalls auch eine Maske tragen", so der Allergieforscher. "Wer seine Allergie kennt, leidet weniger."

App warnt vor Allergenen in der Region

Die TK bietet deshalb für alle Allergikerinnen und Allergiker die TK-App Husteblume an, die gemeinsam mit Professor Bergmann entwickelt wurde. Sie enthält einen interaktiven Pollenflugkalender mit den Blütezeiten der häufigsten Allergene und eine Pollenbelastungsvorhersage - automatisch für die jeweilige Region oder manuell mithilfe von Postleitzahl, Ort oder Region. Per Pollenalarm können sich Nutzerinnen und Nutzer immer dann warnen lassen, wenn die Luft mit "ihren" Allergenen besonders belastet ist.

Digitale Anwendung hilft, sich auf Erkrankung einzustellen

Daniel Cardinal, Leiter des Geschäftsbereichs Versorgungsinnovation der TK: "Insbesondere Menschen mit chronischen Erkrankungen können von digitalen Anwendungen profitieren. Mit der Husteblume auf dem Smartphone haben Pollenallergikerinnen und -allergiker viele nützliche und wichtige Informationen sowie Auswertungsfunktionen immer dabei." Betroffene sollten eine Pollenallergie nicht auf die leichte Schulter nehmen. Cardinal: "Wird eine Allergie nicht richtig behandelt, kann sich daraus Asthma entwickeln." Studien zufolge sind Menschen in den alten Bundesländern stärker betroffen als in den neuen Bundesländern. Außerdem treten Pollenallergien in Ballungsgebieten häufiger auf als im ländlichen Raum.

Symptome im digitalen Tagebuch dokumentieren

Die Nutzerinnen und Nutzer der Allergie-App Husteblume können in einem digitalen Tagebuch ihre Symptome und Medikamente erfassen und nach individuellen Vorgaben auswerten. Die App ist für Android und iOS kostenlos verfügbar.

Zum Hintergrund über die Allergie-App Husteblume

Die App enthält folgende Funktionen:

  • präzise Pollenbelastungsvorhersage automatisch für die jeweilige Region oder manuell mithilfe von Postleitzahl, Ort oder Region
  • interaktiver Pollenflugkalender mit den Blütezeiten der häufigsten Allergene
  • Pollenalarm mit Push-Nachricht
  • Tagebuch, in dem Symptome an Nase, Auge und Lunge sowie das Gesamtbefinden erfasst werden
  • Dokumentation der Medikamenteneinnahme
  • Erinnerungsfunktion zum Eintragen der Allergie-Symptome
  • umfangreiche Auswertungsfunktionen, zum Beispiel zum Zusammenhang der Symptome der Nutzerin oder des Nutzers mit der Pollenbelastung und ihren oder seinen Medikamenten in Form einer täglichen, wöchentlichen oder monatlichen grafischen Darstellung
  • laienverständliche Patienteninformationen zu den je nach Schwere der Erkrankung empfohlenen Therapieformen auf Grundlage der gültigen medizinischen Leitlinien
  • Lexikon mit Bildern zu den wichtigsten Informationen zu unterschiedlichen Allergenen und ihren Kreuzreaktionen
  • Selbsttest für Erwachsene zum allergischen Heuschnupfen mit Auswertung

Donnerstag, 20. Mai 2021

Corona-Lockerungen zu Pfingsten

Verbraucherportal listet bundesweit 2.000 Schnelltest-Apotheken


Angesichts bevorstehender Lockerungen der Corona-Notbremse zu Pfingsten stehen zahlreiche Apotheken als Schnelltest-Zentren bereit. Sie führen kostenlose SARS-CoV-2-Schnelltests durch und stellen die Testzertifikate aus, die man für den Besuch in der Gastronomie, bei Kultur- und Sportveranstaltungen oder für touristische Aktivitäten braucht. 

Auf dem Verbraucherportal www.mein-apothekenmanager.de sind derzeit bundesweit rund 2.000 Apotheken eingetragen, die Antigen-Schnelltests durchführen. Dazu kommen noch viele Apotheken, die auf kommunalen oder bundeslandspezifischen Portalen registriert sind. Auf dieses flächendeckende Angebot an Schnelltest-Apotheken weist der Deutsche Apothekerverband (DAV) hin, der www.mein-apothekenmanager.de betreibt.

Die meisten Apotheken auf dem bundesweiten Verbraucherportal sind aus Bayern (600), Nordrhein-Westfalen (300) und Baden-Württemberg (300) gelistet. Schnelltest-Apotheken, die auf dem Verbraucherportal gelistet werden wollen, müssen sich dazu auf dem Verbändeportal unter www.mein-apothekenportal.de registrieren und können ihre Dienstleistung durch wenige Klicks melden. 

Die Verbände stellen dieses Angebot seit Ende 2020 allen deutschen Apotheken zur Verfügung. Sie können dort Mehrwertinformationen, zum Beispiel zu ihren Öffnungszeiten und Botendiensten, eintragen, die künftig auch in die staatliche E-Rezept-App eingespeist werden sollen, um allen Patientinnen und Patienten beim Einlösen ihrer E-Rezepte ab 2022 zur Verfügung zu stehen.